Aktuelle Ausstellungen im Haus der Kunst in München
Erbslöh. Fantasie und Form
im Franz Marc Museum, bis 27. September 2026
Adolf Erbslöh (1881–1947) zählt zu den stillen, aber prägenden Künstlern der Moderne. Mit seinem Essay Phantasie und Form formulierte er eine eigene Kunsttheorie, die Fantasie nicht als Gegensatz zur Ordnung, sondern als deren Ursprung versteht. Die Ausstellung Fantasie & Form. Adolf Erbslöhs Weg in die Moderne folgt diesem Gedanken und lädt dazu ein, die unverwechselbare Bildsprache des Künstlers neu zu endecken.
Als Mitbegründer und späterer Vorsitzender der Neuen Künstlervereinigung München beeinflusste Erbslöh maßgeblich das künstlerische Klima, aus dem der Blaue Reiter hervorging. Er war kein Dogmatiker der Avantgarde, sondern ein Suchender, der zwischen dem expressiven Gestus des Expressionismus und den klaren Formprinzipien der Klassischen Moderne vermittelte. In seinen Landschaften, Stadtansichten und Stillleben wird die Fantasie zu einer strukturgebenden Kraft: leuchtende Farben, klare Linien und gestaffelte Flächen sind Mittel eines denkenden Sehens.
Über die Welt hinaus - der Blaue Reiter
im Lenbachhaus in München, bis 5. September 2026
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts formierte sich in München ein Kreis von Künstlerinnen und Künstlern mit einer Vision. Sie hatten das gemeinsame Ziel, die Kunst zu erneuern und die Gesellschaft zu verändern.
Besonders wichtig in diesem Unterfangen waren die beiden Ausstellungen der Redaktion "Der Blaue Reiter in München 1911–12". Der Titel nahm explizit Bezug auf das Vorhaben des Almanachs: Dieses programmatische Jahrbuch etablierte den Blauen Reiter als Teil eines weltweiten, epochen- und gattungsüberschreitenden Kunstschaffens. Der Blaue Reiter war jedoch mehr als das: Er basierte auf einem Netzwerk des Austauschs, das kulturelle Unterschiede als kreative Ressource verstand. In einem transnationalen Dialog – vom Deutschen Kaiserreich und Frankreich bis ins Russische Reich und in die USA – schufen die Beteiligten neue Bildsprachen für eine sich wandelnde Welt. Viele von ihnen lebten unkonventionelle Lebensentwürfe, stellten Geschlechterrollen in Frage und suchten nach neuen Formen der Darstellung jenseits bürgerlicher Normen.
Die Ausstellung rückt ihre wegweisenden Errungenschaften in den Mittelpunkt – von Franz Marcs symbolischer Farbtheorie über Wassily Kandinskys Abstraktionen bis hin zu Alexander Sacharoffs performativen Grenzüberschreitungen. Besonderes Augenmerk gilt den Künstlerinnen, die – für ihre Zeit ungewöhnlich sichtbar – eine zentrale Rolle in der Bewegung spielten. Neben Gabriele Münters expressiver Malerei treten ausdrucksstarke Selbstporträts von Elisabeth Epstein, die dramatischen Gemälde der Kosmopolitin Marianne von Werefkin und Maria Franck-Marcs hintergründige Stillleben und utopische Kinderwelten.
Bedeutende Neuzugänge zur Sammlung des Lenbachhauses wie die großformatigen abstrakten Kompositionen von Wilhelm Morgner oder sozialkritische Werke von Emmy Klinker und Albert Bloch sind erstmals zu sehen. Mit über 150 Arbeiten eröffnet die Ausstellung neue Perspektiven auf eine der bedeutendsten Bewegungen der europäischen Avantgarde und zeigt, wie aktuell ihre Fragen nach Emanzipation, ästhetischer Praxis und gattungsübergreifenden Innovationen auch heute sind. Der Blauen Reiter verstand Kunst als Botschaft und nicht als bloßes Problem der (schönen) Form. So beschreibt Else Lasker-Schüler 1911 in einem Gedicht die Suche nach einem weiteren Horizont mit den Worten: "Über die Welt hinaus."
Die Ausstellung findet im Rahmen der Vorbereitungen unseres Jubiläums "100 Jahre Lenbachhaus 1929 / 2029" statt.
Frieden
im Jüdischen Museum Augsburg Schwaben/ ehemalige Synagoge Kriegshaber, bis 13. September 2026
Weltweit nehmen bewaffnete Konflikte zu. Der Gewalt und dem Terror bewusst die Aufmerksamkeit entziehen, das ist Ziel der Ausstellung. Sie will die zivilisatorische Errungenschaft des Friedens in Erinnerung zu rufen und das Bewusstsein dafür stärken, dass Frieden ein fragiler Zustand ist, der geschützt und gepflegt werden muss. Ausgehend von verschiedenen Konzepten und Definitionen des Friedens spürt sie dem Verhältnis von Frieden und Judentum, Politik, Krieg, Feminismus, Dialog und Gerechtigkeit nach und erzählt anhand von ausgewählten Objekten und künstlerischen Arbeiten vom Einsatz für den Frieden und gelebter friedlicher Praxis. Dabei stehen jüdische Perspektiven im Vordergrund.
Basierend auf der Ausstellung “Frieden” des Jüdischen Museums Wien (kuratiert von Adina Seeger und Tom Juncker) wurde die Augsburger Adaption durch den 80. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs und das 375-jährige Jubiläum des städtischen Hohen Friedensfests angestoßen. Sie gibt deshalb auch Einblicke in das Engagement für den Frieden in Deutschland und würdigt die große Bedeutung des Themas für Augsburg.
Eva Nüßlein. Dreck unter den Nägeln
im Kunstpalais Erlangen, bis 27. September 2026
Die Malerei von Eva Nüßlein (* 1991 in Bamberg) erzählt Geschichten – nicht in langen, komplizierten Sätzen, sondern in Momentaufnahmen. Ihre Bilder wirken wie Szenen eines Traums kurz vor dem Erwachen: deutlich genug, um sie intensiv zu spüren, aber ausreichend offen, um sie mit eigenen Eindrücken zu füllen. Oft sind es theaterartige Szenen, durchzogen von immer wiederkehrenden Symbolen – Stars, Tears, Shows und Skulls. Ihre Bildsprache ist unmittelbar und plakativ.
Nüßleins Kunst braucht kein Vorwissen, um gelesen zu werden. Sie besteht aus wenigen, allgemein verständlichen Elementen, die ein Gesamtbild, eine Atmosphäre und ein Gefühl erzeugen. Die einfache Lesbarkeit ist eine Haltung. Die Künstlerin kommt aus der Working Class, ihre Kunst soll nicht ausgrenzen. Die Welt, die sie erschafft, ist radikal zugänglich, lädt ein. Alle können hier andocken, weil Gefühle ernst genommen werden. Die Angst, die Trauer, das Staunen und die Vorfreude – all das hat Platz.
Allgegenwärtig in Nüßleins Kunst ist die Welt der Musik, des Punk und der Subkultur. Viele ihrer Titel und Motive lehnen sich an Songzeilen an – es sind Lyrics, die einen nachts begleiten; Zeilen, die im Gedächtnis bleiben. So entsteht Malerei wie ein gutes Album: emotional, laut und offen.
Pumuckl
im LANDSHUTmuseum, bis 27. September 2026
Der freche kleine Kobold mit seinem Rotschopf wird Landshut über viele Monate mit seinem Charme verzaubern. In einer musealen Ausstellung erleben junge und alte Pumuckl-Fans, und alle, die es werden wollen, spannende und unterhaltsame Stunden. In Zusammenarbeit mit dem Pumuckl-Team und der Pumuckl Media GmbH organisieren die Museen der Stadt Landshut ein kulturelles Highlight. Viele Stationen laden zum Zuhören, Zuschauen und Mitmachen ein.
Die drei wichtigsten Kunstschaffenden rund um den Pumuckl werden im Obergeschoss des LANDSHUTmuseums vorgestellt: Ellis Kaut, Barbara von Johnson und Brian Bagnall.
Im KASiMiRmuseum taucht ihr ganz in die Welt des liebenswerten Klabauternachfahren ein. Hättet ihr gewusst, dass er nicht überall "Pumuckl" genannt wurde und nicht immer in gelbem Shirt und grüner Hose in Meister Eders Werkstatt spukte? Doch zu viel sei hier nicht verraten. Ihr werdet von den Exponaten und allen Geschichten begeistert sein und die Eigenheiten des Publikumslieblings auf besondere Weise kennenlernen.
Maria Franck-Marc
im Franz Marc Museum in Kochel am See, bis 27. September 2026
Maria Franck-Marc wollte Künstlerin werden, lange bevor sie Franz Marc begegnete. Schon als Schülerin erhielt sie Unterricht in Musik und Kunst, später führte ihr Ausbildungsweg über die Königliche Kunstschule und private Damenakademien nach München an die Schule des Künstlerinnen-Vereins. Wie viele Frauen ihrer Generation musste sie sich ihren Weg in die Kunst außerhalb der staatlichen Akademien suchen.
Anlässlich des 150. Geburtstags von Maria Franck-Marc (1876–1955) widmet das Franz Marc Museum der Künstlerin erstmals in der Geschichte des Hauses eine umfassende Einzelausstellung. Maria Franck-Marc war eng mit dem Blauen Reiter verbunden, ihr eigenes künstlerisches Werk stand jedoch lange im Schatten ihrer Rolle als Frau und Nachlassverwalterin Franz Marcs.
Die Ausstellung richtet den Blick nun auf ihre Gemälde, Zeichnungen und Textilarbeiten. Blumenbilder, Stillleben, Landschaften und Kinderwelten zeigen eine Künstlerin, die vertraute Motive in eigenständige Experimente mit Farbe, Fläche und Rhythmus verwandelte. Was lange als unscheinbar, privat oder nebensächlich galt, wird bei ihr zu einem Feld künstlerischer Freiheit.
“Die Erde hat Fieber - und das Fieber steigt.”
Planetary Health
im Deutschen Museum München, bis 30. September 2026
Hitzewellen, Dürren, Extremwetter: Die Erde hat Fieber. Und das ist auch für uns Menschen nicht gesund. Wie eng unser Wohlbefinden mit dem Zustand des Planeten verbunden ist, das zeigt die neue Sonderausstellung in der Eingangshalle des Deutschen Museums. Hier erfährt man – aufgeschlüsselt in die fünf Bereiche Luft, Biosphäre, Wasser, Stoffe und Landschaft – wie unsere Lebensweise auf die Natur wirkt und was passiert, wenn das natürliche Gleichgewicht aus dem Takt gerät. Zugleich werden Ideen, Projekte und Visionen vorgestellt, mit denen sich ein nachhaltiges Miteinander von Mensch und Planet finden lässt.
Der Zustand der Erde ist besorgniserregend: Von den neun planetaren Belastungsgrenzen, die von einem internationalen Forschungsteam eingeführt wurden, sind mittlerweile schon sieben überschritten. Und die Auswirkungen, die das auf die Menschheit hat, werden immer deutlicher spürbar: Durch die Klimaerwärmung gibt es beispielsweise erwiesenermaßen immer mehr extreme Wetterereignisse.
In den fünf Modulen der neuen Sonderausstellung sind noch viele weitere solcher Beispiele zu finden: vom Ausrotten einer Geierart, das zu einer steigenden Zahl von tödlichen Tollwutfällen führte; von winzigsten Plastikteilchen in der Nahrung oder im Trinkwasser, die Krebs auslösen können; oder von Ernteeinbußen und Hunger wegen des Insektensterbens. Aber es gibt auch gute Neuigkeiten: An jedem Modul werden Beispiele aus der Praxis vorgestellt, die zeigen, wie man die bestehenden Zustände zum Besseren ändern und eine gute Zukunft aktiv mitgestalten kann, vom Wasserrucksack PAUL über das Solar Gate bis hin zum Cloudfisher.
Ernst Barlach. Facetten der Liebe
Edwin Scharff Museum, Neu-Ulm, bis 4. Oktober 2026
Das Thema Liebe beschäftigte den Bildhauer, Zeichner und Autor Ernst Barlach (1870-1938) sein Leben lang intensiv – privat wie auch in seinen plastischen und grafischen Werken. Für ihn war die Liebe als grundlegende menschliche Emotion weit mehr als die Beziehung eines konventionellen Paares. Themen wie Versuchung, Sehnsucht oder bedingungslose Nächstenliebe finden sich in seinem Schaffen ebenso wie Werke, die Szenen der Mutterliebe oder der käuflichen Liebe darstellen. Die innige Zuneigung eines Liebespaares oder die lockenden Rufe der Sirenen erhalten ebenso Raum wie die Trauer um eine geliebte Person.
Die Ausstellung präsentiert Ernst Barlach als feinfühligen Beobachter menschlicher Gefühle. Ausgewählte Exponate, begleitet von poetischen Texten, zeigen die vielseitige Auseinandersetzung des Künstlers mit der Liebe in all ihren Facetten. Vereinzelte Gegenüberstellungen mit Werken Edwin Scharffs machen Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Zeitgenossen sichtbar. Eine Kooperation mit den Ernst Barlach Museen Güstrow.
Making Max Emanuel. Wie wird man zur Legende?
im Bayerischen Armeemuseum in Ingolstadt, bis 4. Oktober 2026
Max Emanuel gilt als einer der wichtigsten Herrscher Bayerns. Mit ihm erlebte der Staat einen immensen Aufschwung: Als er geboren wurde, war das Land noch gezeichnet vom Dreißigjährigen Krieg. Unter dem ehrgeizigen Kurfürsten und begabten Feldherrn Max Emanuel wurde Bayern zu einem Machtfaktor in Europa. Die Dynastie der bayerischen Wittelsbacher hatte Chancen, in die Liga der europäischen Königshäuser aufzusteigen, auch wenn militärische Aufrüstung und extravagante Hofhaltung die Staatskassen massiv belasteten. Allerdings scheiterten seine Ambitionen: Nach militärischen Niederlagen verlor Max Emanuel sogar die Kurwürde und musste für fast zehn Jahre ins französische Exil. Nur die Gleichgewichtspolitik der europäischen Großmächte brachte ihm Land und Rang zurück. Max Emanuel gab nicht auf, er inszenierte sich selbst als Retter Bayerns, als erfolgreicher Feldherr und Barockfürst nach dem Vorbild des französischen Sonnenkönigs, Ludwigs XIV.
Letztlich war dies erfolgreich, seine riskante Politik und ihre katastrophalen Folgen wurden fast vergessen – das Bild des siegreichen „Türkenbezwingers“, des Begründers der Bayerischen Armee sowie des kunstsinnigen Herrschers und Bauherr prachtvoller Schlösser überstrahlt bis heute alles.
Ergänzt durch hochkarätige Leihgaben werden bekannte und unbekannte Bestände des Bayerischen Armeemuseums gezeigt, die ein vielfältiges Bild der „Legende“ Max Emanuel, ihrer Selbstdarstellung, ihrer Ambitionen, aber auch des höfischen Lebens zeichnen.
“Humor ist der Knopf, der verhindert, dass uns der Kragen platzt.”
Es hat sich aus mir gemalt. Joachim Ringelnatz als Maler
Buchheim Museum in Bernried, bis 4. Oktober 2026
Der Schriftsteller und Kabarettist Joachim Ringelnatz zählt zu den bekanntesten Literaten der Weimarer Republik. Bis heute prägen seine skurrilen, manchmal verstörenden Gedichte und Texte das kulturelle Bild der 1920er-Jahre in Deutschland. Seine Literatur findet für ihn nicht mehr nur zwischen Buchdeckeln statt, sondern betritt mit ihm die Bühne der Unterhaltung. In der Künstlerkneipe Alter Simpl in der Münchner Türkenstraße feiert er vor dem Ersten Weltkrieg große Erfolge als Hausdichter. Dass in Ringelnatz‘ Werk aber auch die bildende Kunst eine wichtige Rolle spielt, ist nach 1933 in Vergessenheit geraten. Die erste Ausstellung seiner Gemälde 1923 in der renommierten Galerie von Alfred Flechtheim in Berlin bringt den Durchbruch des Dichters als Maler. Im Folgejahr werden seine Gemälde gemeinsam mit Bildern von Otto Dix und George Grosz ausgestellt.
Daniel Biskup – Künstlerporträts
im Schaezlerpalais in Augsburg, bis 11. Oktober 2026
Menschen, Politik und das Schöne – das ist es, was Daniel Biskup interessiert. Der in Augsburg und Berlin lebende Fotograf ist bekannt für seine dokumentarischen Aufnahmen zur Zeitgeschichte. Im Schaezlerpalais präsentiert er nun erstmals eine neue Facette seines Schaffens: Künstlerporträts.
Die ersten der ausgestellten Bilder entstanden bereits 1989 im Augsburger Glaspalast. Damals ein „Lost Place“ der Textilindustrie, heute die Kunsthalle Augsburg. Künstler aus der Augsburger Szene wie Peter Lochmüller, Lisa Junghans und Martin Eder ließen sich schon damals ablichten. Im Lauf der Jahre kamen unter anderem Ai Weiwei, Gilbert & George, Georg Baselitz und viele andere dazu.
Charakterköpfe
Kunstvilla im KunstKulturQuartier in Nürnberg, bis 18. Oktober 2026
Den Kopf verlieren, einen eigenen Kopf haben, den Kopf hochtragen, etwas aus dem Kopf wissen – unzählig sind die Redewendungen rund um den menschlichen Kopf. Kunsthistorisch ist der Kopf mit dem Bildnis verbunden. Wo das Bedürfnis nach Ähnlichkeit und der damit verbundenen Repräsentation aufhört, fängt die Frage nach der Identität an. Eine Wirklichkeitsbeschreibung scheint in Zeiten unzähliger Selfies kaum mehr sinnvoll. Zudem scheinen in der Gegenwart nur noch plurale Identitäten möglich. Es verwundert daher nicht, dass sich in der Moderne viele Kunstschaffende für das Kopf-Thema interessieren: als Ausgangspunkt für Formfindungen, für eine existenzielle Suche oder um Fragen nach Schönheitsidealen und Gender zu stellen.
Wie Nürnberger Künstlerinnen und Künstler wie Franz Vornberger, Werner Knaupp, Christoph Gerling, Christine Colditz, Sejin Kim und andere das Motiv des Kopfes interpretieren, zeigt eine große Sonderausstellung in der Kunstvilla.
Antony Micallef. The Future Is Stupid
im Museum of Urban and Contemporary Art (MUCA) in München, bis 18. Oktober 2026
Die Ausstellung feiert mehr als zwanzig Jahre Karriere des Künstlers und vereint über fünfzig Schlüsselwerke aus Micallefs Schaffen sowie eine beeindruckende neue Gemäldeserie, die speziell für die Museumspräsentation geschaffen wurde. Zusammen bieten diese Werke einen umfassenden Überblick über einen der markantesten und einflussreichsten Maler des frühen 21. Jahrhunderts.
„The Future Is Stupid“ wurde in enger Zusammenarbeit mit dem Künstler im Rahmen eines einjährigen Artist-in-Residence-Programms, gefördert durch die MUCA Stiftung, entwickelt. Sie bietet eine seltene Gelegenheit, die gesamte Bandbreite von Micallefs Schaffen zu erleben. Die Ausstellung vereint Malerei, Skulptur, Animation und politisch engagierte Projekte und zeigt einen Künstler, der das ausdrucksstarke und kritische Potenzial der zeitgenössischen Malerei kontinuierlich vorantreibt.
Die Ausstellung „The Future Is Stupid“ zeichnet die Entwicklung von Micallefs künstlerischer Praxis nach, von seinem Erscheinen in der Öffentlichkeit nach der Anerkennung mit dem prestigeträchtigen BP Portrait Prize bis hin zu seiner Ernennung zum Louis Vuitton Visionary Anfang der 2020er Jahre.
Celebrating Fashion
im tim – Staatliches Textil- und Industriemuseum Augsburg, bis 25. Oktober 2026
Die Schau ist die erste museale Retrospektive zur Couture von Talbot Runhof. Sie beleuchtet die kreativen Quellen des Designer-Duos, die unverwechselbare Designsprache und die besondere Rolle, die das Mode-Label in der internationalen Fashionlandschaft spielt.
Die beiden Münchner Modeschöpfer Johnny Talbot und Adrian Runhof gehören zu den wenigen deutschen Designern, die mit ihren Kreationen mehr als zwei Dutzend Male auf der Pariser Fashion Week präsent waren. Gefeiert vor den Augen der Weltpresse machten ihre 25 Shows deutlich, wofür ihre beeindruckenden Entwürfe stehen: Opulente Eleganz, handwerkliche Präzision und die Kunst, besondere Momente sichtbar zu machen. Ihre Kreationen laden dazu ein, Schönheit zu erleben, Individualität und Selbstbewusstsein auszudrücken und das Leben zu feiern: Raffinierte Draperien, außergewöhnliche Silhouetten, kraftvolle Farben, Schwarz-Weiß- Optiken, florale oder grafische Muster - die Designs des Duos formen den Körper und eröffnen »good times« für alle, die sie tragen. Jedes Kleid macht aus einem Anlass ein Ereignis.
Musik, Film, Kunst, gesellschaftliche Entwicklungen und inspirierende Persönlichkeiten fließen ebenfalls in die Arbeiten von Talbot Runhof ein. Die Haltung ist klar: offen, empathisch und verantwortungsbewusst. Talbot Runhof feiert Vielfalt und hinterfragt Konventionen – ohne moralischen Zeigefinger, aber mit Stil.
“Kunst gibt nicht das Sichtbare wieder, sondern macht sichtbar.”
Paul Klee. Der Poet des Blauen Reiter
im Schloßmuseum Murnau, bis 26. November 2028
Paul Klee wurde innerhalb der Künstler und Künstlerinnen des Blauen Reiter stets eine Sonderstellung zugesprochen. Im Dialog mit Gemälden von August Macke, Robert Delaunay, Franz Marc, Wassily Kandinsky und Gabriele Münter wird Klees enge Verbundenheit mit dem Künstlerkollektiv um den Blauen Reiter deutlich und seine Position zwischen Inspiration und künstlerischer Eigenheit nachvollziehbar.
Zum 30-jährigen Bestehen des Museums übergab die KK-Stiftung Murnau 2023 dem Schloßmuseum Murnau seine Blaue Reiter-Sammlung als Dauerleihgabe. Die Werke, die aus dem engen Kontext der legendären Murnauer Malaufenthalte von Gabriele Münter, Wassily Kandinsky, Marianne von Werefkin und Alexej von Jawlensky zwischen 1908 und 1910 stammen und wie die Arbeiten von Franz Marc, August Macke, Heinrich Campendonk und Alfred Kubin unmittelbar in Beziehung zu den Ereignissen um die Redaktionssitzungen und die Herausgabe des Almanachs “Der Blaue Reiter” 1911 stehen, zählen zu den Hauptwerken des deutschen Expressionismus. Das Ehepaar, das seine Blaue Reiter-Sammlung in die KK-Stiftung überführt hat, stellt für diese Sonderschau zusätzlich ausgewählte Arbeiten aus seiner Paul Klee-Sammlung zur Verfügung.
Picasso.Handmade - Zeichnungen und Keramiken
im Cavazzen Museum Lindau, bis 1. November 2026
Mit „Picasso.Handmade“ kehren im Jahr 2026 die großen Sonderausstellungen der klassischen Moderne eindrucksvoll in das wiedereröffnete Cavazzen Museum im Herzen der Lindauer Insel zurück. Vom 2. Mai bis zum 1. November widmet sich Lindau einem der einflussreichsten Künstler der Moderne – und zeigt Pablo Picasso ganz nah und unmittelbar. Originale Meisterzeichnungen und Keramiken eröffnen einen neuen Blick auf das Werk des Jahrhundertgenies und knüpfen zugleich an eine bemerkenswerte Erfolgsgeschichte an: Seit 2011 haben rund eine Million begeisterte Besucherinnen und Besucher die Lindauer Kunstausstellungen erlebt.
„Nie war es wichtiger als jetzt, das Leben der Menschen in der Arktis und die Veränderungen, die sie durchmachen, in Worten und Bildern zu dokumentieren, damit die Welt sehen kann, was geschieht.“
Ragnar Axelsson. Greenland.
im Kunstfoyer, Versicherungskammer Kulturstiftung, bis 1. November 2026
Acht Staaten, eine Vielzahl indigener Völker, rivalisierende Großmächte: Die Arktis ist Heimat, Klima-Indikator, geopolitisches Terrain und Ressourcen-Reservoir zugleich. In der Arktis zeigt sich drastisch, was die Erderhit zung bewirkt: Permafrost taut, Küsten erodieren, Ökosysteme geraten aus den jahrhundertealten Bahnen. Der Rückzug des Eises wirkt sich zunehmend auch global aus: Meeresspiegel steigen und Wettersysteme geraten aus dem Gleichgewicht. Gleichzeitig wachsen machtpolitische und wirtschaftliche Begehrlichkeiten.
Seit über 40 Jahren fotografiert der Isländer Ragnar Axelsson Menschen, Tiere und Landschaften in den entlegensten Regionen Grönlands, Islands und Sibiriens. In dramatischen Schwarz-Weiß-Bildern fängt er die existentielle menschliche Erfahrung am Rande der bewohnbaren Welt ein. Anstatt lediglich den Klimawandel zu veranschaulichen, offenbaren seine Aufnahmen, wie Umweltveränderungen von den Menschen erlebt werden, deren Lebensgrundlage von Land, Meer und Eis abhängt.
Ragnar Axelssons Grönland zeigt die Realität einer sich rasch wandelnden Welt – einen Ort von einzigartiger Schönheit und ständiger Gefährdung. Eine Welt, die vor unseren Augen schmilzt – mit unkalkulierbaren globalen Folge. Die Ausstellung umfasst 60 Werke: die großartigen Fotografien und Texte vermitteln sowohl Schönheit als auch Vulnerabilität. Sie erzählen einfühlsam von Widerstandsfähigkeit, Verlust, Würde und einer Lebensweise unter dem Druck einer Außenwelt, die ihre Existenz ignoriert oder ihnen zu diktieren versucht, wie sie zu leben haben.
Hans - eine kleine Geschichte vom Glück. Fotografien von Stefan Winkelhöfer
im Freilichtmuseum Amerang, bis 8. November 2026
Vor einigen Jahren hat der in Regensburg geborene Fotograf Stefan Winkelhöfer einen alten Bauern kennengelernt, der ein ganz und gar ungewöhnliches Leben führt. Ein Mensch, der aus der Zeit gefallen zu sein scheint. So viel Bescheidenheit, so wenig Ansprüche ans Leben, so viel Zufriedenheit, so wenig Enttäuschung, obwohl der Hans wahrlich kein leichtes Leben hinter sich hat - das hat Winkelhöfer schwer beeindruckt.
Er begann beim Hans zu fotografieren und dokumentierte den Alltag des Hans in Schwarzweiß-Aufnahmen, für die er sich fünf Jahre Zeit nahm. Immer wieder hielt er ein Stück seines Lebens in Bildern fest. Auf diese Weise schuf er ein sehr persönliches Porträt eines Kleinbauern, der seinen Hof in seiner langen Existenz nur selten verließ. Als „Daheimgebliebener“ lebt er ein Leben, das partout nicht mehr in die moderne Zeit passen will.
Die Ausstellung erzählt in eindringlichen Bildern voller Sympathie die Geschichte vom Hans und von Dingen, die bald nicht mehr sein werden.
“Wo Worte aufhören, fängt die Musik an.”
Die Bayerische Landesausstellung 2026: Musik in Bayern
im Tonyversum in Freyung, bis 8. November 2026
Die Bayerischen Landesausstellung „Musik in Bayern“ ist ein Festival bayerischer Klänge, Rhythmen und Melodien. Ihre Ohren werden Augen machen! Vom Klang eines Wassertropfens über Choräle, höfische Opern, den Traditionen der Volksmusik bis hin zu Schlager, Rock, Pop, Rap und Techno in der Jetztzeit.
Großes Kino gleich am Anfang: Im Cineplex steigen Sie über einen klanggewaltigen, mitreißenden Film in die Ausstellung ein. Dann geht es mit Spektakel weiter - und es folgt eine immersive musikalische Reise vom Mittelalter bis in die Gegenwart. Wir gehen gemeinsam mit den Besucherinnen und Besuchern auf Spurensuche: Was ist typisch bayerisch, und was trägt Bayern musikalisch in die Welt hinaus? Mit zahlreichen Medien- und Mitmachstationen und eindrucksvoll inszeniert zeigt die Landesausstellung ein Erlebnis für alle Sinne.
Live-Musik gehört dazu: An allen 199 Ausstellungstagen finden Konzerte, Performances oder Events in und um Freyung auf zahlreichen unterschiedlichen Bühnen, in Wirtshäusern, auf Marktplätzen, in Kirchen oder auf Waldlichtungen statt. Es wird gerockt und gejamt, gejodelt und geswingt, getanzt und gesungen.
A European Collection. Meisterwerke aus dem Khanenko Museum in Kyjw
im Christian Schad Museum Aschaffenburg, bis 10. Februar 2027
Das Bohdan und Varvara Khanenko Nationalmuseum in Kyjiw beherbergt den bedeutendsten Bestand abendländischer Kunst in der Ukraine und zählt damit zu den wichtigen europäischen Sammlungen seiner Art. Die Gemälde der Sammlung stammen überwiegend von namhaften, teils weltberühmten europäischen Künstlern des 15. bis 19. Jahrhunderts. Sie vermitteln einen Überblick über zentrale Positionen der europäischen Malerei und folgen zugleich der didaktisch geprägten Ordnung der Khanenko-Sammlung.
Zu den in der Ausstellung gezeigten Künstlern zählen unter anderem Peter Paul Rubens, Bernardo Bellotto, Pieter Brueghel d. J., Jacob Jordaens und Antonio Canova. Ergänzt wird die Präsentation durch Werke aus den Werkstätten von Hieronymus Bosch und Rembrandt. Das Ensemble veranschaulicht die vielfältigen kulturellen Verflechtungen Europas und steht exemplarisch für ein gemeinsames, über Jahrhunderte gewachsenes Kulturerbe.
Die Ausstellung ist das Ergebnis einer außergewöhnlichen internationalen Kooperation zwischen dem Khanenko Nationalmuseum und den Museen der Stadt Aschaffenburg. Ausgewählte Werke aus der Sammlung des Khanenko Museums wurden in den vergangenen Jahren bereits an verschiedenen europäischen Ausstellungsorten präsentiert, um ihren Erhalt zu sichern und zugleich ihre öffentliche Zugänglichkeit zu gewährleisten. Im Christian Schad Museum werden sie nun erstmals in einer umfassenden Präsentation zusammengeführt. Damit entsteht die bedeutendste und umfangreichste Ausstellung ukrainischen Kulturbesitzes in Europa seit Beginn des Krieges.
“Jedes einzelne Wimmelbuch ist ein Teil von mir. Meine Wimmelbücher sind gemacht, um Kinder in die Gärten der Fantasie zu führen, dass sie selbst weitermachen.”
Augen auf! Ali Mitgutsch und das große Gewimmel
in der Internationalen Jugendbibliothek in München, vom 16. September 2026 bis 21. März 2027
Ali Mitgutsch gilt als Vater des Wimmelbuchs. „Rundherum in meiner Stadt“ aus dem Jahr 1968 ist sein erstes Wimmelbuch und ein Klassiker der Kinderliteratur. Mit kunterbunten Bildern erzählt Ali Mitgutsch gestenreich, verspielt und mit viel Witz vom Alltag in der Stad und auf dem Land, in den Bergen und am Wasser. Ohne Worte bringt er Geschichten aufs Papier, an denen Kinder und Erwachsene ihren Spaß haben. Etwas Schadenfreude ist oft dabei, wenn er kleine Missgeschicke im Bild festhält: Da ist das Mädchen, das von Luftballons in die Luft gehoben wird, da der Mann, der seinen Hintern zu sehr ausstreckt, dort die Frau, deren Hut vom Kopf weht, oder der Junge, der nassgespritzt wird. Auf seinen Bildern breitet Mitgutsch eine Miniaturwelt aus, in der gelacht, gebrüllt, gestaunt und geweint wird. Alles ist bei ihm in Bewegung, kaum jemand steht still. Kinder fallen hin, rutschen aus, rennen, springen, tanzen. Wer Ali Mitgutschs Wimmelbilder betrachtet, wird Teil einer großen Gemeinschaft.
Seine Wimmelbücher haben Ali Mitgutsch berühmt gemacht, aber sein Werk ist weitaus größer. Er hat mehr als 70 Bilderbücher geschaffen: Wimmelbücher, Sachbilderbücher, Märchen, eigene Geschichten. Dazu Objekte und freie Arbeiten. In der Ausstellung soll das Werk in seiner Breite und Vielfallt gewürdigt werden. Aus dem reichen Fundus des Künstlernachlasses, den die Söhne und die Tochter von Ali Mitgutsch verwalten, werden Originale seit seinen künstlerischen Anfängen in den 1950er Jahren bis zu Beginn des 21. Jahrhunderts gezeigt. Neben den Originalen zu den Wimmelbüchern werden Bilder, Zeichnungen und Skizzen gezeigt, die bisher noch nie zu sehen waren. Sie alle erzählen von einem Künstler, den es auf zahlreichen Reisen in die Ferne zog und der gleichzeitig tief in München und Bayern verwurzelt war.
Römer - Gesichter eines Weltreichs
im Lokschuppen Rosenheim, bis 1. August 2027
753 vor Christus: Rom schlüpft aus dem Ei. Aus einem kleinen Dorf am Tiber wächst eines der größten Imperien der Weltgeschichte: das Römische Reich. Aus ungewohnter Perspektive erzählt der Lokschuppen von dessen Menschen und ihren Identitäten. Bürger und Händlerinnen, Legionäre und Landwirte, Kinder und Kaiser, Götterverehrerinnen oder Gladiatoren. Persönlich, eindringlich und nah.
Eine lebendige Mitmachausstellung zeichnet das Bild eines Alltags zwischen Luxus und Lebensschicksal. Über 500 faszinierende Originale laden zum Staunen ein – von spektakulären Schatzfunden bis hin zu Dingen des täglichen Lebens. Der wahre Schatz aber liegt in ihren Geschichten über Begegnung, Wandel und Verschmelzung. Wer genau hinsieht, erkennt: Die Spuren der Vergangenheit führen direkt ins Heute.
Die Ausstellungsempfehlungen sind kuratiert von Nathalie Schwaiger und Bianca Faletti, Infopoint Museen & Schlösser in Bayern. Die Ausstellungstexte basieren auf den Pressetexten der jeweiligen Museen und Ausstellungshäuser.