Bis zum 15. November machen bei uns im Alten Hof bunte Bildfahnen Lust auf einen Ausflug nach Ismaning. Schaut vorbei!
Nach einer umfassenden Sanierung öffnete das Museum im Januar 2025 wieder seine Türen. Wer Kunst liebt, Ruhe sucht und bei einer Tasse Kaffee den Ausblick über den wunderschönen Park genießen möchte, ist hier genau richtig.
Ein Ort mit Geschichte
Die Wurzeln des historischen Schlossparks, der ab 1806 von dem berühmten Landschaftsarchitekt Friedrich Ludwig von Sckell in einen Englischen Garten verwandelt wurde, reichen bis ins 16. Jahrhundert zurück. An der Stelle, an der heute Kunstliebhaber auf ihre Kosten kommen, stand im 19. Jahrhundert noch eine im Auftrag von Herzogin Auguste Amelie errichtete Orangerie. Nachdem diese 1983 abgerissen werden musste, eröffnete am 16. Juli 1992 das Kallmann-Museum.
Kunst und Musik
Benannt ist das Museum nach dem Maler Hans Jürgen Kallmann, der zu der sogenannten Vergessenen Generation gehörte und insbesondere durch seine psychologisch einfühlsamen Porträts bedeutender Persönlichkeiten Bekanntheit erlangte. Nachdem sein Gemälde “Hyäne in der Nacht” 1937 in der Ausstellung “Entartete Kunst” in München gezeigt wurde, lebte der Künstler zunächst in Berlin und Tirol, wo er durch die Unterstützung privater Sammler wirtschaftlich überleben konnte. Nach dem Krieg fand Kallmann von 1952 bis bis zu seinem Tod 1991 in Pullach bei München eine neue Heimat, von wo aus er ein Werk schuf, das von großer Intensität und lebendiger Ausdruckskraft geprägt ist.
Neben seinen Werken zeigt das Museum wechselnde Ausstellungen zu moderner und zeitgenössischer Kunst. Mit dem Kallmann-Preis, der seit 2018 vergeben wird, werden jedes Jahr Künstlerinnen und Künstler, die sich mit den wesentlichen Themenbereichen Kallmanns Schaffens befassen mit einer Ausstellung ausgezeichnet.
Aktuell können Besucherinnen und Besucher in Ismaning tief in die Kunstgeschichte des 20. Jahrhunderts eintauchen und Werke aus der Sammlung Lothar Schirmer entdecken. Noch bis zum 1. Februar 2026 werden rund 100 Arbeiten von Kunstschaffenden wie Joseph Beuys, Cy Twombly oder Cindy Sherman präsentiert.
Nachhaltige Neugestaltung
Das Innere des Museums präsentiert sich nun als moderner Museumsbau mit klaren, reduzierten Formen. Lichtdecken in den Ausstellungsräumen schaffen ideale Bedingungen zur Präsentation von Kunst und bieten ihr einen würdigen architektonischen Rahmen. Im Mittelpunkt der Maßnahmen standen die Modernisierung der Museumsräume einschließlich der technischen Ausstattung, die Erweiterung des Museums durch die Überdachung des ehemaligen Innenhofs, die Verbesserung des Raumklimas und der Sicherheit, die barrierefreie Zugänglichkeit, die Versorgung mit erneuerbarer Energie durch Photovoltaik auf dem Dach und in der Fassade sowie die Neugestaltung von Fassade und Vorplatz.
Kaffee mit Aussicht
Nach dem Museumsbesuch lädt das neue Museumscafé im lichtdurchfluteten Foyer zum Verweilen ein. Bei Kaffee und Kuchen blickt man durch eine große Glasfront direkt in den Schlosspark und kann das Gesehene nochmal ganz in Ruhe nachwirken lassen.
Tipp: Wer nach einer kurzen Stärkung noch Lust auf mehr zeitgenössische Kunst hat, wird nur wenige Schritte weiter in der Galerie im Schlosspavillon fündig!