Direkt zum Inhalt



Frag den Ägypter - das SMÄK München!

Das Ägyptische Museum befindet sich mit seinem spektakulären Museumsbau im Herzen des Münchner Kunstareals. Hier laden 13 thematisch gegliederte Räume das Publikum auf eine Entdeckungsreise durch fünf Jahrtausende Kunst und Kultur des Alten Ägypten und des Antiken Sudan ein.

Ein Gastbeitrag des SMÄK München

© Anna-Lena Zintel
© SMÄK, Marianne Franke

Mit der lebensgroßen Horus-Stand-Schreitfigur, die Ludwig I. 1815 erwarb, legte er den Grundstein für die Museumssammlung. Am 15. Juli 1970 erhielten die Horus-Statue und viele andere Aegyptiaca im Hofgartentrakt der Residenz endlich eine erste gemeinsame Heimstatt und wurden dem Publikum zugänglich gemacht. Zwei Jahrhunderte lang waren sie auf verschiedene Orte verteilt gewesen.

© SMÄK, Marianne Franke
Unerwartet modern: hinter der 17 Meter hohen Portalwand verbergen sich klare, minimalistische Räume. © Anna-Lena Zintel

Sie sind gegangen, ihre Namen vergessen, aber ihre Schriften halten ihr Andenken wach.

Aus dem Papyrus Chester Beatty

Mit der Eröffnung des spektakulären Neubaus 2013 mitten im Kunstareal ging ein Traum in Erfüllung.
Mehr zur Geschichte der Sammlung erfahrt ihr auch in der Vortragsreihe: Wie wir wurden, was wir sind (externer Link, öffnet neues Fenster), die in 20 Vorträgen den Weg von den ersten Aegyptiaca bis heute beleuchtet.
Auch die Ausgabe 16 der Museumszeitschrift „MAAT“ widmet sich der wechselvollen Geschichte des Museums. Ausgabe 1 (Naga) und Ausgabe 2 (40 Jahre Freundeskreis) stehen auf der Seite des Museums zum Download bereit. Die Hefte können über das Sekretariat bestellt werden (sekretariat@smaek.de).

Aegyptiaca und das geheimnisvolle Königreich von Naga

Magischer Blick: die Königstochter und Königsschwester Sat-Djehuti, Sargmaske, Zweite Zwischenzeit, 17. Dynastie, um 1575 v. Chr. | Sykomorenholz, stuckiert, vergoldet | Theben-West | ÄS 7163 © SMÄK, Marianne Franke

Der Mensch vergeht und sein Leib wird zu Staub.⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀

aus der Lehre des Cheti

Die Grundlagen der Sammlung reichen noch viel weiter zurück, erste Aegyptiaca erwarb Herzog Albrecht V. von Bayern (1550-1579). Ludwig I. ließ dann in seiner Glyptothek einen „Aegyptischen Saal“ einrichten.
Auch die Königlich Bayerische Akademie der Wissenschaften erwarb altägyptische Stücke, doch lag ihr Schwerpunkt nicht auf der altägyptischen Kunst, sondern auf beschrifteten Objekten wie Särgen und Stelen, die für die Forschung interessant waren.
Zum Bestand des Museums gehört auch ein Teil der umfangreichen Privatsammlung von Friedrich Wilhelm Freiherr von Bissing, seit 1976 unterstützt der Freundeskreis des Museums Neuerwerbungsprojekte und Aktivitäten des Hauses.

Ein Highlight des Museums: der Goldschmuck der meroitischen Königin Amanishakheto. Ludwig I. hatte 1893 Teile davon erworben und damit einen Forschungsschwerpunkt des Museums vorgegeben. Seit 2013 gräbt das SMÄK im Rahmen des Naga-Projektes (externer Link, öffnet neues Fenster) in der sudanesischen Steppe nördlich von Karthum und legt die Tempel, Paläste und Spuren der Hochkultur von Meroe und der Königstadt Naga frei.

Ein Museum. Für Alle

Ein barrierefreies Museum, wo es für alle etwas zu entdecken gibt. © SMÄK. Fotos: Marianne Franke
© Christian Raißle
Foto: Christian Raißle © Christian Raißle
© Christian Raißle

Workshops für Kinder, Führungen für Familien, Senioren, in Gebärdensprache, Tastführungen oder in Leichter Sprache... das SMÄK bietet für jeden etwas.
In die Dauerausstellung integriert ist der Raum „Ägypten (er)fassen (externer Link, öffnet neues Fenster)“ mit Beschriftungen in Brailleschrift und Repliken, die ertastet werden dürfen. Der MedienGuide erklärt die ausgestellten Stücke in dem Raum ausführlich und bietet mit einer reinen Audioführung auch einen Gang durch die gesamte Ausstellung. Der Audioguide entstand in Zusammenarbeit mit zwei blinden Damen und bietet also auch einen Mehrwert für alle Besuchenden, denn die Objektbeschreibungen der beiden Damen bieten überraschende Details, die den Sehenden oft verborgen bleiben.

In einem Schulprojekt entstand die MedienGuide-Tour „All included“ (externer Link, öffnet neues Fenster), die auch für Gehörlose nutzbar ist und Stationen im Museum in Gebärdensprache oder Text erklärt.

Mit „KunstZeit (externer Link, öffnet neues Fenster)“ gibt es Angebote für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen, in Kooperation mit der Beisheim-Stiftung wird es Veranstaltungen für benachteiligte Senior:innen geben.

Trenne deine Zunge nicht von deinem Herzen, dann wird alles, was du tust, gelingen.⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀

Aus der Lehre des Amenemope

Mit Tjeti digital on Tour

Viel positives Feedback bekommt das SMÄK für die Online-Vorträge auf YouTube (externer Link, öffnet neues Fenster): zu altägyptischen VIP's wie Kleopatra und Hatschepsut, zum königlichen Sed-Fest oder Hieroglyphen. Klarer Vorteil: ihr könnt sie bequem von zu Hause anhören, auch einfach zwischendurch mal stoppen oder mehrfach hören. Seit Mitte letzten Jahres wurden über 50 Vorträge gehalten und damit gut 15.000 Personen erreicht.

Ein großer Renner ist der Clip „Frag den Ägypter (externer Link, öffnet neues Fenster)“ mit der kecken Animationsfigur "Tjeti".

Seit einiger Zeit geht es auch mit einem Podcast „Auf die Ohren!“ (externer Link, öffnet neues Fenster) – dieser direkte Austausch untereinander für ein Publikum ist etwas ganz Besonderes.

Ihr könnt virtuell auf der "Grand Tour" (externer Link, öffnet neues Fenster) das Museum erkunden, einen Hieroglyphenkurs (externer Link, öffnet neues Fenster) machen oder auf eine digitale Schnitzeljagd (externer Link, öffnet neues Fenster)mit den Museumsmaskottchen Isi und Usi gehen.

Horus, Lotse, Nilpferd & Co

Nicht viel größer als hier auf dem Bild: das kleine grüne Fayence-Nilpferd stammt aus dem Mittleren Reich, 12. Dynastie, 1900 v.Chr. © SMÄK, Marianne Franke

Tretet ein: das müsst ihr erleben! Den Besuch der Ausstellung kann auch das beste digitale Format nicht ersetzen. Der "Abstieg" in die unterirdischen, weitläufigen Museumsräume hinter dem monumentalen Portal entführt euch auf eine Zeitreise durch 5000 Jahre.
In den Vitrinen könnt ihr zahlreiche Schätze entdecken: Schriften, Grabbeigaben und Kunstwerke wie z.B. das süße schlafende Fayence-Hippo aus der Zeit des Mittleren Reiches. Die "Nil-Pferde", ein Symbol der Fruchtbarkeit, changieren von Hellblau über Türkis zu Grün. In dunkler Farbe auf ihren Körpern zu erkennen sind Blüten, Knospen und Blätter der Lotospflanze sowie Papyrusdolden, Vögel und Schmetterlinge - das Papyrusdickicht am Ufer des Nils ist ihnen quasi auf den Leib gemalt.

Roxane Bicker SMÄK München, Melina Rauh & Nathalie Schwaiger