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Nachhaltigkeit (er)leben im NAWAREUM

Nachhaltigkeit bedeutet, nur so viel zu verbrauchen, wie sich in derselben Zeit nachbilden kann. Das klingt so einfach, aber aus dem Alltag wissen wir, dass es gar nicht so leicht ist, nachhaltig zu leben! Wir wollen den Klimawandel aufhalten, Lebensräume und Artenvielfalt bewahren, zukünftigen Generationen ein Leben in Wohlstand und Frieden ermöglichen – aber wie können wir das alles bewerkstelligen? Das NAWAREUM in Straubing ist zur Stelle mit Ideen, wie wir unsere Zukunft nachhaltig gestalten können!

 

Das NAWAREUM in Straubing stellt sich vor

Eine Frau steht vor einer hohen Wand die komplett behangen ist mit großformatigen Bildern in weißen Rahmen. In den Bildern befinden sich unterschiedliche gepresste Pflanzenarten.
© NAWAREUM; Foto: Franziska Schrödinger

Das NAWAREUM ist ein Mitmach-Museum für alle Altersklassen, das seine Gäste dazu einlädt, mit Spaß und Experimentierfreude in das Thema Nachhaltigkeit einzutauchen. Auf das Publikum wartet eine bunte Mischung aus Natur und Technik, Kunstwerken und Spielen, Wissen und Inspiration. Neben der Ausstellung gehören auch das Gebäude selbst, das Inspiration für nachhaltiges Bauen liefert, und der umliegende Garten, in dem man nachwachsende Rohstoffe mit allen Sinnen erleben kann, zum Erlebnis NAWAREUM.

Eine Frau im Rollstuhl befindet sich in einem strukturierten grünen Ausstellungsbereich und hört an einer Hörstation. Im Hintergrund stehen ein Mann und ein Junge, der Mann lauscht ebenfalls der Hörstation.
© NAWAREUM; Foto: Franziska Schrödinger

Auf drei Etagen geht es in der Dauerausstellung um vielfältige Themen wie Klimawandel, Pflanzen, Ernährung, nachwachsende Rohstoffe und erneuerbare Energien. Anfassen, ausprobieren und sich austauschen ist hier ausdrücklich erwünscht. Es gibt Mitmach-Stationen, eine begehbare Pflanzenzelle, interaktive Spieltische und als Highlight lädt eine hölzerne Rutsche mitten im Gebäude zu einer rasanten Rutschpartie ein.

Fünf Kinder stehen um eine große interaktive, gemalte Karte herum und deuten auf verschiedene Punkte auf der Karte.
© NAWAREUM; Foto: Franziska Schrödinger
Eine Mädchen rutscht freudig eine Rutsche hinunter und reißt dabei freudig die Arme in die Höhe.
© NAWAREUM; Foto: Franziska Schrödinger
Ein Mann steht von einer beleuchteten Ausstellungswand und betrachtet mehrere gerahmte Steine.
© NAWAREUM; Foto: Franziska Schrödinger

Die Ausstellung ist für Erwachsene und Kinder ab 12 Jahren konzipiert. Eine Reihe eigener Stationen, die mit einem kleinen Diamanten gekennzeichnet sind, geht speziell auf das Interesse von Kindern zwischen 6 und 12 Jahren ein. Alle Ausstellungstexte sind in Deutsch und Englisch vorhanden. In Zukunft sind als Ergänzung zur Dauerausstellung wechselnde Sonderausstellungen geplant.

Nachwachsende Rohstoffe mit allen Sinnen erleben im Museumsgarten

Rund um das Haus lädt der Museumsgarten zum Erforschen und Verweilen ein. Hier wird der Begriff „nachwachsende Rohstoffe“ lebendig, denn hier gibt es eine Vielfalt unterschiedlicher Pflanzen zu bestaunen, die auch Teil der Ausstellung sind: Verschiedene Getreidesorten, unterschiedliche Ölpflanzen und aromatische Heil- und Gewürzpflanzen. Dazu insektenfreundliche Blühpflanzen, die zur Energiegewinnung genutzt werden, Pflanzen, deren Fasern zur Herstellung von Stoffen verwendet werden und Sträucher, in denen Vögel und andere Tiere Futter und Schutz zugleich finden. Eine natürliche Oase, die frei zugänglich und barrierefrei ist und somit dazu einlädt, dass die Bevölkerung sie auch unabhängig von einem Besuch in der Ausstellung zum Erkunden oder Entspannen nutzt.

Passivhaus-Standard und innovative Energieversorgung

Blick auf die Solarpanels auf dem Dach des NAWAREUMS.
© NAWAREUM; Foto: Franziska Schrödinger
Blick auf den modernen Bau des NAWAREUMS der komplett auf Holz besteht.
© NAWAREUM; Foto: Franziska Schrödinger
Blick in die Wärmepumpenanlage des Museums.
© NAWAREUM; Foto: Franziska Schrödinger

Das moderne Gebäude des NAWAREUMs ist selbst ein Ausstellungsstück. Hier können sich Besuchende Anregungen für nachhaltige Bauvorhaben holen. Die 79 freistehenden Lärchenstämme an der Südfassade stammen aus dem nahegelegenen Bodenmais. Sie waren ein Geschenk der Bayerischen Staatsforsten und kommunizieren das Thema der nachwachsenden Rohstoffe nach außen. Die Baumstämme symbolisieren eine Allee entlang der gläsernen Fassade. Im überdachten Eingangsbereich weitet sich die Allee zu einem kleinen Wald.

Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.

Albert Einstein

Das Staatliche Bauamt Passau fungierte als Bauträger des Projekts. Ziel war es, die Anforderungen eines Museumsbaus mit dem energetischen Standard eines Passivhauses zu vereinbaren. Die Bauteile sind, wo immer möglich, aus nachwachsenden Rohstoffen konstruiert. Der Grund? Während Beton bei seiner Herstellung CO2 ausstößt, bindet Holz beim Wachsen das CO2 aus der Luft und stellt somit eine langfristige Kohlenstoffsenke dar.

Die Wärme- und Kälteversorgung des Gebäudes wird über Geothermie aus rund 40 Erdwärmesonden in Verbindung mit einer Wärmepumpenanlage gewonnen. Ergänzt durch den Einsatz von Solarthermie- und Photovoltaikanlagen, kann die Energieversorgung des Gebäudes weitgehend über regenerative Energieträger gedeckt werden. Der zusätzlich nötige Strom aus dem Netz wird ebenfalls aus erneuerbaren Quellen gewonnen. Zum Passivhaus-Standard gehört zudem eine besonders wirksame Dämmung von Außenwänden, Boden und Dach, die Dreifach-Verglasung der Fensterflächen sowie die moderne Lüftungstechnik mit Wärmerückgewinnung.

Das NAWAREUM als Teil des Kompetenzzentrums für Nachwachsende Rohstoffe in Straubing

Eine Frau zeigt einem älteren Paar eine Schautafel zu Gemüsesorten.
© NAWAREUM; Foto: Franziska Schrödinger

Das NAWAREUM gehört zum Technologie- und Förderzentrum (TFZ), einer Forschungseinrichtung des Freistaates Bayern. Mit seinen wissenschaftlichen Erkenntnissen möchte das TFZ die Energie- und Rohstoffwende vorantreiben und so Umwelt und Klima schützen. Neben dem TFZ arbeiten im Kompetenzzentrum für Nachwachsende Rohstoffe (KoNaRo) auch die TU München (TUM) und C.A.R.M.E.N. e.V. zusammen. Das NAWAREUM ergänzt diese Expertise durch ein niedrigschwelliges Bildungsangebot, das alltagsnahe Lösungen zeigt und alle Menschen für die Energie- und Rohstoffwende begeistern soll.

Zukunft nachhaltig gestalten – ein Erlebnis für alle

Mehrere Personen stehen im Museumsgarten des NAWAREUMs und riehen an unterschiedlichen Planzen.
© NAWAREUM; Foto: Franziska Schrödinger

Das NAWAREUM möchte ein offener Ort sein, der zu Inspiration und Austausch einlädt. Zu diesem Zweck gibt es laufend Veranstaltungen wie Vorträge, Workshops, Führungen und Exkursionen. Jeden ersten Donnerstag im Monat findet die sogenannte TauschBar mit wechselnden Themen statt. Das bedeutet, dass jeden Monat andere Dinge wie Kleidung, Brettspiele oder Pflanzen getauscht werden dürfen. Ganz nach dem Motto: Gebrauchtes zu tauschen ist nachhaltiger als Neues zu kaufen!

Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt.

Mahatma Gandhi

Auch bei der Einrichtung hat das NAWAREUM versucht, diese Maxime zu befolgen. Als ein anderes Museum 100 gebrauchte Stühle ausmusterte, hat das NAWAREUM sie dankend übernommen und ihnen mit einem neuen Anstrich zu einem zweiten Leben verholfen. Weil Besucherinnen und Besucher gerne ein Andenken ihres Besuchs mitnehmen, betreibt das NAWAREUM einen kleinen Museumsladen, in dem man neben themenverwandten Büchern auch nachhaltige Produkte erwerben kann. Von regionalem Kunsthandwerk aus nachwachsenden Rohstoffen bis hin zu plastikfreien Putzmitteln reicht die Palette. So können sich Gäste Anregungen für den Alltag mit nach Hause nehmen.

© Nawareum

Regelmäßige Veranstaltungen im NAWAREUM

TauschBar. Jeden ersten Donnerstag im Monat um 17–19 Uhr. Teilnahme kostenfrei. Jeden Monat werden andere Dinge getauscht, ganz nach dem Motto: Gebrauchtes zu tauschen ist nachhaltiger als Neues zu kaufen!

Viele weitere nachhaltige und einzigartige Veranstaltungen (externer Link, öffnet neues Fenster) findet ihr auf der Homepage!

Lösungsansätze aufzeigen und hoffnungsvoll in die Zukunft blicken

"Viele Menschen fühlen sich im Angesicht der Umweltzerstörung hilflos - die Klimakrise, die Zerstörung von Habitaten, und die Flut an Müll auf dem Land und im Wasser machen vielen von uns große Sorgen. Im NAWAREUM möchten wir nicht nur über diese Herausforderungen informieren, wir möchten auch Lösungsansätze aufzeigen und wieder gemeinsam etwas hoffnungsvoller in die Zukunft blicken“, so Dr. Vanessa Roden, Direktorin des NAWAREUMs.

Die Welt ist so schön und wert, dass man um sie kämpft.

Ernest Hemingway

Lasst euch inspirieren auf @nawareumstraubing (externer Link, öffnet neues Fenster)

Mehr Inspiration rund um die Themen Nachhaltigkeit, Umwelt, nachwachsende Rohstoffe und erneuerbare Energie findet ihr hier!

Ein Gastbeitrag von Benjamin Rowles, NAWAREUM