Bis zum 7. Februar bekommt ihr bei uns im Alten Hof einen ersten Einblick in das Leben Gustav Weisskopfs und seinen Traum vom Fliegen. Schaut vorbei!
Schon als Kind träumt der junge Gustav Weisskopf davon, in den Himmel zu steigen und durch die Lüfte zu gleiten, wie die Vögel, die er beobachtet. Tüfteln und bauen sind seine große Leidenschaft. Die Kindheit des Leutershäusers nimmt jedoch ein jähes Ende: Mit 12 Jahren wird Gustav völlig unerwartet zum Vollwaisen und wächst getrennt von seinen fünf Geschwistern bei seinen Großeltern auf.
Mit 17 Jahren und völlig mittellos entschließt er sich, nach Amerika auszuwandern, um dort seinen Traum vom Fliegen in die Tat umzusetzen. Als Deutscher im “Land der unbegrenzten Möglichkeiten” investiert Gustav Weisskopf jede freie Minute in die Verwirklichung seiner Pläne.
Über viele Jahre hinweg konstruiert er Drachen, Gleiter und Flugmaschinen, die er kontinuierlich weiterentwickelt und verbessert. Den notwendigen Motor entwickelt und erbaut der Pionier in Eigenregie. Seine Flugmaschine “21” stellt Weisskopf 1901 der Presse vor.
Mit ihr soll Gustav Weisskopf in Bridgeport, USA, am 14. August 1901 800 Meter weit und 15 Meter hoch geflogen sein. Zwei Jahre vor den Brüdern Wright. Das “Rätsel des 1. Motorflugs” bildet damit den Höhepunkt der Erzähllinie im Museum. Highlight ist der Nachbau der “21”, der in einem eigens gebauten Luftraum zwischen dem 2. und 3. Stockwerk schwebt. Motorengeräusche und Screens mit Projektionen und bewegten Bildern aus dem historischen Bridgeport lassen die Besuchenden dabei in das Jahr 1901 eintauchen.
Videoausschnitte der aufwendigen Konstruktionsarbeit des Nachbaus der “21” und der erfolgreichen Flugerprobung in Manching ermöglichen zudem spannende Blicke hinter die Kulissen.
Auf der ersten Ausstellungsebene werden zudem die “Meilensteine” der Fluggeschichte thematisiert: Ballone, Zeppeline, Gleiter und Helikopter. Hier wird der Bogen zu Gustav Weisskopf gespannt, der sich mit all jenen Flugobjekten intensiv beschäftigt und die Erkenntnisse in seine Arbeit einfließen hat lassen. Gezeigt werden unter anderem historische Blaupausen sowie Bauteile von Experimenten und Bücher aus dem Nachlass des Flugpioniers.
Erstmalig der Öffentlichkeit präsentiert werden zudem historische Glasplattennegative aus dem Nachlass von Gustav Weisskopf, die hierfür aufwendig restauriert wurden. In hinterleuchteten Lichtkästen, die mit Bewegungsmeldern ausgestattet sind, werden so die Aufnahmen Gustav Weisskopfs, seiner Fluggeräte und seiner selbstgebauten Motoren für die Besucherinnen und Besucher lebendig.
Auf der 2. Ausstellungsebene wird die technik- und kulturhistorische Erzählebene um den Bereich “Pioniere der Lüfte” erweitert. Entlang einer gestalterisch abwechslungsreichen Konzeptionslinie wird von der Frühzeit der Eroberung der Lüfte durch den Menschen erzählt.
Anhand ausgewählter Personen wie Amelia Earhart oder Louis Blériot wird aufgezeigt, wie nach der Geburtsstunde des motorisierten Fluges zahlreiche Pionierinnen und Pioniere Weltrekorde und Preisgelder jagten und dabei unkalkulierbare Risiken und Gefahren auf sich nahmen. Die Erzählung wird hierbei durch Medienstationen und historisches Filmmaterial bereichert.
Abgerundet wird die Ausstellung durch das “Labor des Fliegens”, das interaktiv und medial die Gesetze der Flugphysik vermittelt. An zahleichen Versuchs- und Experimentierstationen können Besuchende hier selbst zu Forschern werden. Ein Muss für alle Nachwuchspioniere und Entdecker!
Das moderne Gustav Weisskopf Museum Pioniere der Lüfte lädt ein, gänzlich in die Thematik des Fliegens einzutauchen. Es gibt spannende Einblicke in das bewegte Leben Gustav Weisskopfs und in den großen Traum vom Fliegen, dem unzählige Pioniere weltweit nachjagten.
Ein Gastbeitrag des Gustav Weisskopf Museums