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„RÖMER – Gesichter eines Weltreiches“ im Lokschuppen Rosenheim

753 – Rom schlüpft aus dem Ei. Aus einem kleinen Dorf am Tiber erwächst eines der größten Imperien der Weltgeschichte: das Römische Reich. Aus ungewohnter Perspektive erzählt der Lokschuppen von dessen Menschen und ihren Identitäten: Bürgern und Händlerinnen, Legionären und Landwirten, Kindern und Kaisern, Götterverehrerinnen oder Gladiatoren. Persönlich, eindringlich und nah.

Seit dem 10. Februar könnt Ihr auch bei uns im Infopoint der Museen & Schlösser in Bayern einen ersten Einblick auf die Ausstellung des Lokschuppen und die dazugehörigen pädagogischen Programme bekommen. Kommt vorbei!

Die Ausstellung lädt zu einem Streifzug durch mehr als 1200 Jahre und ein ganzes Imperium ein. Sie führt zu den Wegen, auf denen Menschen, Waren und Ideen reisten, zu Orten des Alltags, an denen sich das Große im Kleinen zeigt. Sie möchte nicht nur Geschichte zeigen, sondern Geschichten eröffnen – Menschen sichtbar machen, Fragen aufwerfen und die römische Welt erfahrbar machen.

Entdecken Sie im Ausstellungszentrum Lokschuppen, wie nah uns diese ferne Vergangenheit noch ist!

Römer real. Ohne Sandalenpflicht.

Eine lebendige Mitmachausstellung mit multimedialen und analogen Inszenierungen zeichnet mit erzählerischer Kraft und wissenschaftlicher Tiefe das Bild eines Alltags zwischen Luxus und Lebensschicksal, zwischen Wein, Wagenrennen und Wildschwein.
Sie zeigt das römische Leben nicht schwarz-weiß, sondern farbenfroh, vielstimmig und voller Emotionen. Identität entsteht aus vielem: Herkunft, Sprache, Rollen und Zuschreibungen. Sie ist kein fester Kern, sondern ein Prozess. Die Gesichter und Geschichten zeigen, wie vielfältig römische Lebenswelten waren und wie wandelbar das ist, was wir heute „römisch“ nennen.

Was bedeutet es eigentlich, „römisch“ zu sein? 

Was ist ein Römer und was ist eigentlich typisch römisch? Das sind Fragen, die man sich vielleicht am Beginn einer Ausstellung stellt, die sich mit den Gesichtern all der Menschen beschäftigt, die innerhalb der Grenzen des Imperium Romanum lebten. Dabei ist es wichtig, sich vor Augen zu halten, dass das Römische Reich ein Gebilde mit einer Lebenszeit von über 1000 Jahren war, das ab seiner Staatsform als Republik eine dezidiert imperialistische Politik betrieb und damit zum Vorbild für viele Großreiche der Neuzeit avancierte. So setzte bereits am Ende des 5. Jahrhunderts v. Chr. die Expansion Roms in Italien ein, gefolgt vom Ausgreifen auf den Mittelmeerraum ab dem 3. Jahrhundert v. Chr. Wie allgemein bekannt, erreichte dieses sogenannte Weltreich seine größte Ausdehnung unter Kaiser Traian zu Beginn des 2. Jahrhunderts n. Chr.

Ausstellungplakat der Ausstellung mit verschiedenen überlagerten römischen Statuen in verschiedenen bunten Farben.

Die Ausstellung im Lokschuppen Rosenheim behandelt sieben Faktoren, die Rom trugen und zu einem Reich formten.

  • Religion: Die Römer suchen Schutz bei vielen Göttern – und vertrauen darauf, dass Ordnung nur durch Glauben Bestand hat.
  • Recht: Das römische Recht schafft Ordnung und Macht – doch nicht alle sind vor dem Gesetz gleich.
  • Militär: Rom bringt Frieden mit dem Schwert – und nennt Eroberung Befriedung.
  • Alltag: Wer römischer Bürger ist, trägt Verantwortung – für Stadt, Familie und das gemeinsame Wohl.
  • Infrastruktur: Straßen, Wasser und Wärme machen Rom modern – und lassen Bequemlichkeit zum Maßstab von Fortschritt werden.
  • Schrift und Sprache: Latein verbindet ein Weltreich – und zeigt bis heute, wie Sprache Denken formt und Macht stützt.
  • Handel: Rom lebt vom Austausch – von Waren, Ideen und Menschen, die die Welt kleiner machen.

Gemeinsam bilden sie das Fundament eines Imperiums, das von Nordafrika bis Britannien, von Spanien bis Syrien reichte. Überall traf man auf Vertrautes – und doch blieb jeder Mensch im Reich so einzigartig wie wir heute.

Kleider machen Römer

Römische Kleidung ist Ausdruck von Status und Identität; Stoffqualität, Farben und Verzierungen spiegeln soziale Unterschiede. Grundlegend ist die Tunika: ein einfaches, meist aus Wolle gefertigtes Kleidungsstück, das Männer, Frauen und Kinder tragen. Darüber kann die Toga als Zeichen der Zugehörigkeit zum römischen Bürgertum, ein Mantel oder die Stola der Frauen getragen werden. 

Ein unverzichtbares Accessoire sind Fibeln – kleine Metallspangen, die als praktische Verschlüsse und Schmuckelemente dienen.

Es lebe Latein!

Schriftlichkeit prägt den Alltag des Imperium Romanum. Obwohl der Großteil der Bevölkerung nicht lesen kann, ist Schrift allgegenwärtig. Trotz der zunehmenden Vielsprachigkeit bleibt Latein im Westen über lange Zeit die dominierende Amts- und Bildungssprache und wird vor allem im Klerus weitergetragen. 

Aus dem Lateinischen entwickelten sich die romanischen Sprachen – Italienisch, Französisch, Spanisch, Portugiesisch und Rumänisch –, die heute von hunderten Millionen Menschen gesprochen werden. Hinzu kommt das Alphabet: Die römische Schrift, einst von den Griechen übernommen und weiterentwickelt, ist heute die weltweit am weitesten verbreitete Schriftform. Jeder, der eine digitale Nachricht schreibt oder eine Zeitung liest, bewegt sich in einer Spur, die ihren Ursprung in Rom hatte.

Was bleibt?

Der Zerfall des Römischen Reiches fasziniert uns bis heute: Ein über Jahrhunderte vernetztes, urbanisiertes und erfolgreiches Imperium verschwand von der Landkarte. Wie ein Mobile reagierte das Reich empfindlich auf das Ausfallen einzelner Elemente. Was bleibt, ist ein Lehrstück über die Fragilität komplexer Gesellschaften. Römische Infrastruktur, Rechtstraditionen und kulturelle Vielfalt prägen Europa bis heute – ebenso diente sein Untergang als Spiegel für Sorgen um Stabilität und Wandel. Rom verschwand nicht, es verwandelte sich – und bleibt Teil unseres Alltags.

Baut mit!

Gemeinsam entsteht aus über einer halben Million originaler Lego®-Steinen die weltweit größte idealtypische Römerstadt LOCDVNVM*. Tribut 3,00 €. Als „Lohn“ für die „Bauarbeiten“ darf eine römische Münze geprägt und mitgenommen werden.

*Der Entwurf sowie die Baupläne wurden von unabhängigen Modellbauern speziell für dieses Projekt entwickelt. LEGO® ist eine Marke der LEGO Group, die nicht an diesem Projekt beteiligt ist.

Werft einen Blick hinter die Kulissen @lokschuppen.rosenheim (externer Link, öffnet neues Fenster)

Wechselnde Erlebnisausstellungen in denkmalgeschützter und einzigartiger Kulisse. 

Let’s get ROMAN-tic

Verbinden Sie Ihren Besuch der Römer-Ausstellung mit einer genussvollen Pause in der neuen Gastronomie LOK1858. Seit dem 1. September 2025 erwarten Sie frisch zubereitete Pinsa, Pasta, Salate, hausgemachte Kuchen sowie Kaffee aus Rosenheim – alles saisonal und im Haus produziert.

Römer sind Programm (externer Link, öffnet neues Fenster)

Ein umfangreiches Programm wie das “Mosaik-Rätselheft” für Kinder oder verschiedene Workshops und Kinderführungen erwarten euch! Außerdem wird es ein Römerlager im Mangfallpark Rosenheim am 20.-21.6.2026 & 19.-20.6.2027 geben. Nicht verpassen!

Ein Gastbeitrag des Lokschuppen Rosenheim

Julia Sachse & Bianca Faletti