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Die Bayerischer Landesaustellung 2026: Musik in Bayern!

Musik ausstellen – das klingt wie ein Widerspruch. Die Bayerische Landesausstellung 2026 löst diesen scheinbaren Widerspruch auf. Wer die Landesausstellung besucht, erlebt Musik, kann sie hören und fühlen. Gleichzeitig wird er verstehen, wie Musik es schafft, Menschen zu verbinden, Identität zu schaffen und so ihren ganz besonderen Beitrag dazu leistet, die bayerische Gesellschaft zu definieren und zusammenzuhalten. 

Quer durch alle Zeiten und alle Genres

Ein großes altes handgeschriebenes Buch liegt hell erleuchtet in einer Vitrine.
Antiphonar aus dem Benediktinerkloster St. Ulrich und Afra/Augsburg, Ende 15. Jh. Diözesanmuseum St. Afra Augsburg. © Haus der Bayerischen Geschichte, Foto: Dietmar Manzenberger

Die Ausstellung (externer Link, öffnet neues Fenster) umspannt Jahrhunderte und die gegensätzlichsten Genres: von Gregorianischen Chorälen aus Klöstern und Domkirchen über die Musik des Bürgertums der Reichsstädte bis hin zu höfischen Opern. Vom großen Sängerfest in Nürnberg über die Bayreuther Festspiele bis hin zu den Wirtshausbühnen in München, auf denen um 1900 Volkssängerinnen und Volkssänger für Furore sorgten. Ein Blick in die dunkle Zeit: Besonderes Augenmerk gilt jenen Musikerinnen und Musikern, die in der NS-Zeit verfolgt und zum Verstummen gebracht wurden. In der Nachkriegszeit bringen GIs Jazz und Swing über den großen Teich, Rock und Pop erobern Radio, TV und die großen Bühnen. Und wie wird der Ton transportiert? Das Grammophon bringt ihn erstmals ins Wohnzimmer, Radio, Fernsehen und Jukebox tun ihr Übriges – bis zu den Trends der Streamingformate von heute.

Verblüffende Verbindungen

Handgeschriebene Setlisten mit Resten von Klebestreifen.
Setlisten von Fredl Fesl Papier, 20./21. Jahrhundert © Geschichtszentrum und Museum Mühldorf a. Inn, Fotograf: Heiner Heine, Burgkirchen 

In das Erlebnis Musik kann man schon ganz am Anfang der Ausstellung (externer Link, öffnet neues Fenster) eintauchen, etwa wenn es um die Großkonzerte der Rock- und Popmusik seit den 1960er Jahren geht. Einstmals mit den Beatles, den Rolling Stones oder Bob Dylan, heute mit Adele oder Taylor Swift: Die Bilder der Zuschauermassen 2024 in München gingen um die Welt. 

Ein kunstvoller Flügel mit Beinen aus vergoldeten Statuen.
Hammerflügel von Michael Schulteis/Neresheim, 1802-1815. Fürst Thurn und Taxis Kunstsammlungen. © Haus der Bayerischen Geschichte, Foto: Dietmar Manzenberger

So kehrt das musikalische Open Air wieder an den Ort seiner Erfindung zurück. Denn es wurde wohl von dem 1751 in Straubing geborenen Emanuel Schikaneder, bis heute weltberühmt als Textdichter von Wolfgang Amadeus Mozarts Oper „Die Zauberflöte“, erfunden. 1787 beauftragte ihn der Fürst von Thurn und Taxis als Theaterdirektor in Regensburg. In den theaterfreien Sommermonaten begeisterte Schikaneder sein kunterbuntes Publikum mit musikalisch-theatralischen „Blockbustern“ unter freiem Himmel. Es gab farbenfrohe Einzüge, tragische und komische Figuren und natürlich Musik samt Feuerwerk. Schikaneders Credo als Theatermacher: spannender Inhalt, populäre Vermittlung! Er hatte sein Publikum verstanden. 

Musik erleben

Quartett-Raum in der Bayerischen Landesausstellung 2026 „Musik in Bayern" © Haus der Bayerischen Geschichte | Fotos: Dietmar Manzenberger

Immersive Elemente, die Musik fühlbar machen, spielen in dieser Ausstellung (externer Link, öffnet neues Fenster) eine besondere Rolle. Da gibt es unter anderem gleich zu Beginn den Ausstellungsfilm „Hymne“, den man in einem Kino erleben kann. Er erzählt eine klanggewaltige und emotionale Geschichte von Menschen aus dem Bayerischen Wald und aus Bayern, deren Schicksale über Musik und Musikinstrumente über Generationen hinweg miteinander verwoben sind. Oder die Body-Percussion-Station, in der man lernt, wie man mit Klatschen, Schnipsen und Stampfen den eigenen Körper als Rhythmusinstrument nutzt.

Ganz am Ende taucht man noch einmal tief in die Musik ein und erlebt ein Quartett – jene musikalische Gattung, die sich im bayerisch-österreichischen Raum im zweiten Drittel des 18. Jahrhunderts entwickelt hat. Vier Personen musizieren harmonisch zusammen, reagieren aufeinander und spielen sich Melodien und Rhythmen zu. Besucher treten in einen gedämpft beleuchteten Zylinder, dessen Boden eine fast unmerklich langsam rotierende Drehscheibe bildet. So nähert man sich jeweils einer der vier Quartettmusikerinnen und -musiker, die auf vier Bildschirmen – lebensgroß präsentiert – musizieren. Dabei beschränkt sich die Musik nicht auf ein Genre: Das klassische Streichquartett wird vom volksmusikalischen Bläserquartett abgelöst und dieses wiederum von einem Rock-/Pop-Quartett.

Viele Fragen – viele Antworten 

Und so hat man am Ende der Ausstellung bayerische Musik in ihrer historischen und stilistischen Vielfalt erlebt und kann zukünftig auch Fragen beantworten wie: Warum gibt es mittelalterliche Chorbücher nur im Großformat? Wer erfand die Klarinette, und was hat das mit Bayern zu tun? Was haben Gustav Mahler und Liesl Karlstadt gemeinsam? Wie hat sich Fredl Fesl seine Moderationen und die Reihenfolge seiner Lieder gemerkt, und wer steckte beim Burglengenfelder Anti-WAAhnsinnsfestival in der knallroten Lederhose?

Wenn Sie es nicht wissen – die Antworten gibt es in der Bayerischen Landesausstellung 2026: „Musik in Bayern“.

TonYversum

Mit der Bayerischen Landesausstellung „Musik in Bayern“ von 25. April bis 8. November 2026 im TonYversum in Freyung präsentiert das Haus der Bayerischen Geschichte gemeinsam mit der Stadt Freyung ein Festival bayerischer Klänge, Rhythmen und Melodien.

Bayerische Landesausstellung 2026 Musik in Bayern (externer Link, öffnet neues Fenster)

Besucherinnen und Besuchern gehen dort auf Spurensuche: Was ist typisch bayerisch, und was trägt Bayern musikalisch in die Welt hinaus? Mit zahlreichen Medien- und Mitmachstationen und eindrucksvoll inszeniert zeigt die Landesausstellung ein Erlebnis für alle Sinne.

Folgt dem @hausderbayerischengeschichte (externer Link, öffnet neues Fenster)

Taucht ein in Bayerns spannende Geschichte - von 1806 bis heute!

Ein Gastbeitrag vom Haus der Bayerischen Geschichte