Die Nacht berührt die Erde
Fritz Winters Kosmos der 1930er und 1940er
09.10.2026 - 31.01.2026 ,
Sammlung Moderne Kunst in der Pinakothek der Moderne
- Museumscafé.
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Wie gehen Zeitzeugenschaft und künstlerische Abstraktion in Zeiten von Diktatur und Krieg zusammen? Auf Basis des neu zugänglichen Nachlasses wird eine zentrale Werkphase von Fritz Winter anlässlich seines 50. Todesjahres neu erzählt. Ausgebildet bei Klee und Kandinsky am Bauhaus in Dessau, fand Winter ab 1933 keine Ausstellungsmöglichkeiten mehr in Deutschland. Ab 1937 galt seine Kunst als entartet. Den Zweiten Weltkrieg erlebte er als Soldat an der Ostfront, vornehmlich in Rumänien und in der Ukraine. In seiner an Naturphänomenen orientierten, weitgehend ungegenständlichen Kunst fand er kraftvolle und berührende Ausdrucksformen für das „Zeitschicksal“. In zunehmender künstlerischer Isolation entstanden Zellen- und Sternbilder, Kristallisationen und expressiv-surreale Landschaften. Seine Erfahrungen als Soldat verarbeitete er in hunderten von Zeichnungen, in denen er sich auch mit der menschlichen Vernichtungsmaschinerie und der Zerstörung von Lebens-räumen auseinandersetzte. 1944 entstand die berühmte Werkgruppe der „Triebkräfte der Erde“ – eine Feier der elementaren Kräfte und Gesetzmäßigkeiten der Natur, die als Metapher für die Überwindung des Nationalsozialismus gelesen wurde.
Eintrag zuletzt geändert am 11.11.2025