Jetzt geht's dahi
Sterben, Tod und Trauer in Niederbayern und anderswo
28.03.2026 - 04.04.2027 ,
Freilichtmuseum Finsterau
- Museumscafé.
- Museumsshop.
Das Freilichtmuseum Finsterau eröffnet am 28. März die Sonderausstellung „Jetzt geht’s dahi – Sterben, Tod und Trauer. In Niederbayern und anderswo“. Sie bietet Gelegenheit, kulturelle Traditionen, Rituale und den gesellschaftlichen Umgang mit Sterben und Trauer in Niederbayern näher zu beleuchten.
Im Mittelpunkt stehen historische Exponate aus der Region – darunter Sterbekreuze, Särge, Grabschmuck und Sterbebilder aus dem Fundus des Museums –, die durch zeitgenössische Kunstwerke, Medienstationen und Klanginstallationen ergänzt werden. Geplant sind außerdem Interviews und Gespräche zur Trauerarbeit und Sterbebegleitung sowie Beiträge zu regionalen und überregionalen Sterbe- und Totenliedern.
Eine zentrale Rolle spielt der Vierseithof „Petzihof“ auf dem Museumsgelände: Anhand einer Familiengeschichte soll dort beispielhaft das Leben und Sterben ab etwa 1930 nachvollziehbar gemacht werden.
Drei Themen stehen im Zentrum der Ausstellung:
Sterben: Wie fühlt sich das Ende an? Wer begleitet, wer bleibt zurück? Diese Phase widmet sich den Todesvorboten, dem letzten Atemzug, dem körperlichen Sterben, der Sterbebegleitung — damals und heute.
Tod zwischen Diesseits und Jenseits: Was passiert nach dem letzten Atemzug? Aufbahrung, Totentoilette, Einsargen, Bestattungsformen im Wandel. Hier trifft ländliche Überlieferung auf moderne Tendenzen wie Feuerbestattung, alternative Bestattungsrituale und neuen Trauerkultur-Initiativen.
Trauer: Was bleibt? Trauermusik, Leichenschmaus, Kondolenz, Erinnerung. Persönlich und gesellschaftlich. Fragen wie „Was wäre deine Beerdigungs-Playlist?“ oder „Sarg oder Urne?“ holen Besucher in ihre eigene Realität zurück – und machen das Sterben lebendig.
Ergänzt wird die Hauptausstellung durch eine zweite Ebene mit zeitgenössischen künstlerischen Positionen der Leir Foundation. Hier reagieren internationale und regionale Künstler auf das Thema Tod – mal poetisch, mal provokant, mal still. Die Kunst öffnet neue Zugänge, stellt unbequeme Fragen und erweitert die Perspektive über das kulturell Gewohnte hinaus.
Die Ausstellung verzichtet bewusst auf düstere Symbolik. Statt Schwarz gibt’s Spektralfarben, statt Schwere ein Gefühl von Klarheit. Das Designkonzept setzt auf Licht, Raum und Emotion – inspiriert vom weißen Licht, das alle Farben in sich trägt.
Die Ausstellung will nicht verstören, sondern versöhnen. Nicht belehren, sondern berühren.
Eintrag zuletzt geändert am 07.02.2026