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Museen im Denkmal entdecken!

Museen sind nicht nur Orte, an denen man Kunstwerke, historische Objekte oder naturwissenschaftliche Phänomene bestaunen kann. Sie sind auch oft in denkmalgeschützten Gebäuden untergebracht, die selbst eine bewegte Geschichte zu erzählen haben, ganz gleich ob Burg, Künstlervilla oder Hallenbad. 

Und zum Tag des offenen Denkmals (externer Link, öffnet neues Fenster) im September wartet euch in vielen Häusern ein buntes Programm!
 

Kunsthalle Schweinfurt

Über dem Haupteingang der Kunsthalle weist die historische Inschrift "Ernst Sachs Bad" bis heute auf den ursprünglichen Zweck des Gebäudes hin
Außenansicht Kunsthalle Schweinfurt © Peter Leutsch
Ausstellungsraum der Kunsthalle mit Gemälden und Plastiken
Neuhängung Kunsthalle Schweinfurt © Peter Leutsch
Ausstellungsraum der Kunsthalle mit Gemälden und Plastiken
Werner Pokorny, Kunsthalle Schweinfurt © Peter Leutsch

Wo einst Badegäste vom Beckenrand hüpften, ist heute Kunstgenuss angesagt. Die Kunsthalle Schweinfurt zeigt hochkarätige Kunst aus Deutschland nach 1945. Ursprünglich war das Gebäude an der Rüfferstraße allerdings ein Hallenbad, das von dem Schweinfurter Industriellen Ernst Sachs im Jahr 1933 gestiftet wurde.

Der Bau wurde von dem Architekten Roderich Fick im Stil der Neuen Sachlichkeit entworfen und ist mit seiner klaren, geometrischen Formensprache ohne überflüssige Dekorationen die perfekte Kulisse für zeitgenössische Kunst. Planschen kann man hier nicht mehr, aber dafür Werke der Künstlergruppen CoBrA, SPUR und vieler weiterer Kunstschaffender bewundern.

Museum Villa Stuck München

Ein eigenwilliger Bauherr muss er gewesen sein, der Münchner Malerfürst Franz von Stuck (1863-1928). Nach eigenen Entwürfen ließ der damals 34-Jährige sein Künstlerhaus nahe des rechten Isarufers erbauen. Umgeben von einem idyllischen Garten ist die Villa ein Gesamtkunstwerk, das Elemente aus der Antike, Byzanz, der Orient-Mode und der Hochrenaissance mit den neuesten Entwicklungen des späten 19. Jahrhunderts verbindet. 

Heute lassen sich im Museum Villa Stuck nicht nur die historischen Räume mit Stucks Kunst besichtigen, sondern auch abwechslungsreiche Ausstellungen mit Kunst des 19. bis 21. Jahrhunderts. Oft experimentell und immer unterschiedlich!

Außenansicht der Villa Stuck
© Museum Villa Stuck
Decke des Musikzimmers in der Villastuck, die mit einem Sternenhimmel bemalt ist
Ein besonderes Highlight: Die Decke im Musikzimmer © Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen, Foto: Sebastian Lehner

Deutsches Hutmuseum Lindenberg

Das ehemalige Hutfabrikgebäude mit seinem charakteristischen Schornstein beherbergt heute das Museum
© Deutsches Hutmuseum. Bild: Richie Müller
Fünf Personen sitzen im Vordergrund einer Installation aus Hüten. Links sitzen zwei Jungs, einer setzt sich gerade einen bunten Hut auf, mittig sitzt eine Frau die dem Jungen dabei hilft den Hut anzuziehen. Vor der Frau sitzen zwei Mädchen mit dem Rücken zum Betrachter und beobachten beide dabei.
© erlebe.bayern - Florian Trykowski
Ausstellung des Deutschen Hutmuseums mit historischen Hüten und Fotografien aus der ehemaligen Fabrik
© Deutsches Hutmuseum. Bild: Daniel Stauch

300 Jahre Hutgeschichte(n) zum Anfassen und Aufsetzen: Das Deutsche Hutmuseum präsentiert Vertrautes, Interessantes und Kurioses rund um das Thema Kopfbedeckungen. In der ehemaligen Hutfabrik Ottmar Reich erzählt es von fleißigen Heimarbeiterinnen, mutigen Huthändlern und mächtigen Fabrikanten, die aus Lindenberg das „Klein-Paris“ der Hutmode machten. 

Der für seinen funktionalen Baustil bekannte Architekt Philipp Jakob Manz errichtete das markante, 4-geschossige Gebäude mit Backsteinschornstein im Jahr 1923. Hier wurde unter anderem der Matelot, der Kulthut um 1900, besser bekannt als „Kreissäge“, produziert – über 4 Mio. Mal! 

Alte Saline mit Salzmuseum Bad Reichenhall

Die angeblich schönste Saline der Welt steht in Bad Reichenhall, das behauptetete man jedenfalls im 19. Jahrhundert. Ob sie wirklich die Schönste ist, liegt im Auge der Betrachtenden. Die einzige königliche ist sie auf jeden Fall, denn König Ludwig I. von Bayern selbst ließ sie errichten. Und sie ist eines der wichtigsten Industriedenkmäler Bayerns.

Im Quellenbau unter der Alten Saline entspringen aus den Klüften des Gebirges die berühmten Bad Reichenhaller Solequellen. Mithilfe riesiger Wasserräder wurde die Sole an die Oberfläche gefördert und anschließend erhitzt, sodass das Wasser verdunstete und nur das „weiße Gold” übrig blieb.

Glückliche Familie vor der Alten Saline
Außenansicht der Alten Saline Bad Reichenhall © Südwestdeutsche Salzwerke AG | Alte Saline Bad Reichenhall
Zwei an Wissen interessierte Gäste im Salzmuseum
Salzmuseum in der Alten Saline Bad Reichenhall © Südwestdeutsche Salzwerke AG | Alte Saline Bad Reichenhall
Besucher im neuen Ablaufstollen
Unter Tage Stollen in der Alten Saline Bad Reichenhall © Südwestdeutsche Salzwerke AG | Alte Saline Bad Reichenhall
Besucher vor den Wasserrädern
Wasserräder in der Alten Saline Bad Reichenhall © Südwestdeutsche Salzwerke AG | Alte Saline Bad Reichenhall

Kirchenburgmuseum Mönchsondheim

Eine Front verschiedener Fachwerkhäuser mit Torbogen und Kirchturm im Hintergrund
© Kirchenburgmuseum Mönchsondheim
Kräutergarten mit Fachwerkhaus im Hintergrund
© Kirchenburgmuseum Mönchsondheim
Ein Mann und eine Frau schieben ihre Fahrräder vorbei an einem Biergarten, im Hintergrund ist ein Fachwerkhaus zu sehen
© Kirchenburgmuseum Mönchsondheim
Eine junge Frau steht mit Zeigestock an einer historischen Schultafel, im Vordergrund sitzen Besucherinnen und Besucher
© Kirchenburgmuseum Mönchsondheim

Im Herzen eines kleinen fränkischen Dorfes befindet sich ein Freilandmuseum der ganz besonderen Art: Alle Museumsgebäude stehen an ihrem ursprünglichen Ort! Um eine Kirchenburg gruppieren sich Gebäude aus vier Jahrhunderten, darunter eine Schule, ein Rathaus, ein Wirtshaus, ein Krämerladen und ein Kleinbauernhof. Diese befestigten Kirchen dienten im Mittelalter als Zufluchtsorte für die Dorfbewohner bei Angriffen von Feinden. Das Museum zeigt das Leben und Arbeiten 'anno dazumal' in einem mainfränkischen Dorf. 

Und nach einem Museumsspaziergang lässt sich sich hier unter den alten Linden am Dorfplatz wunderbar mit einem Eis entspannen!

Museum Malerwinkelhaus Marktbreit

Frauen-Zimmer und Römerkabinett: Was nach einer ungewöhnlichen Wohngemeinschaft klingt, sind in Wirklichkeit zwei Dauerausstellungen unter einem Dach. „Frauen-Zimmer. Lebensstationen in einer fränkischen Kleinstadt“ gibt einen sozialhistorischen Einblick in Frauenleben von 1850 bis 1950. Das „Römerkabinett“ informiert – auch virtuell – über das ehemalige römische Doppellegionslager auf dem Kapellenberg und das Leben der Legionare. Untergebracht ist das Museum im Wahrzeichen der Stadt Marktbreit: dem auf das 17. Jh. zurückgehenden „Malerwinkelhaus“, das mit seinem Fachwerk und der malerischen Lage am Breitbach seinem Namen mehr als gerecht wird.

Das Malerwinkelhaus in Marktbreit ist ein schmales, gelbes Haus mit rotem Fachwerk und grünen Fensterläden. Es sitzt auf einer Mauer am Breitbach. Links im Bild überragt der Giebel des Rathauses weitere, kleine Fachwerkhäuser auf der anderen Bachseite. Auf dem Giebel befindet sich eine Statue des Heiligen Georg, der den Drachen besiegt hat.
Das Malerwinkelhaus in Marktbreit, Außenansicht. © Museum Malerwinkelhaus Marktbreit. Foto: Dr. Simone Michel-von Dungern
Ausschnitte: Damenunterwäsche aus den 1950er Jahren und Teile einer römischen Rüstung: Kettenhemd, Schienenpanzer und ein mit Metallplättchen und -scheiben besetzter Militärgürtel. Besucher*innen können diese Rüstungsteile und auch Helme anfassen und anprobieren.
Was Damen früher darunter und Römische Legionäre darüber trugen... © Museum Malerwinkelhaus Marktbreit - Dr. Michel-von Dungern
Das Bild gibt einen Einblick in das Museums-Café mit kleinen runden Tischen mit Marmorplatten und schwarzen Bistrostühlen. An den Wänden hängen Gemälde verschiedener Künstler, die das Malerwinkelhaus und den Malerwinkel als Motiv zeigen.
Das Museumscafé im Malerwinkelhaus. © Museum Malerwinkelhaus Marktbreit - Dr. Simone Michel-von Dungern

Museum Dingolfing

Außenansicht des Museum Dingolfing im spätgotischen Gebäudekomplex
© Christine Daxl

Der historisch bedeutsame Baukomplex des Dingolfinger Museums umfasst drei Gebäude, die alle zwischen 1410 und 1477 errichtet wurden: die Herzogsburg, eines der besterhaltenen Profangebäude der Spätgotik in Niederbayern, den Pfleghof als Amtsgebäude sowie den Getreidekasten als Speicher und Marstall der Herzöge.

Das Museum vermittelt Stadt- und Industriegeschichte in Dingolfing von den Anfängen bis zur unmittelbaren Gegenwart und den Aufstieg Dingolfings zum Industriestandort. Unter anderem könnt ihr hier das legendäre Goggomobil bestaunen.

Historische Olympia-Bobbahn am Riessersee mit Bobmuseum

Hier wurde Bobgeschichte geschrieben. Die kurvenreiche Bobbahn am Riessersee war berüchtigt für spektakuläre Stürze: Mit Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 120 km/h rasten hier einst wagemutige Burschen talwärts. Neben diversen großen Meisterschaften wurden hier auch die Bobrennen der Winterolympiade 1936 ausgetragen. Heute steht die weltberühmte Rennstrecke unter Denkmalschutz und kann durchwandert werden. Nur 350 m vom Ziel entfernt steht das Bobmuseum mit 17 historischen Bobs und weiteren Ausstellungsstücken. Original-Filmmaterial lässt die Atmosphäre vergangener Sportereignisse wieder aufleben.

Ausstellungsansicht im Bobmuseum mit historischen Bobs und Fotografien von der Rennstrecke
Einblick in über 100 Jahre Bobgeschichte im Bobmuseum © SC Riessersee e.V. – Bobabteilung
Ausstellungsansicht im Bobmuseum mit historischen Bobs und Fotografien von der Rennstrecke
Bob-Museum am Riessersee © Bobabteilung des SC Riessersee e.V.
Ausstellungsansicht im Bobmuseum mit historischen Bobs und Fotografien von der Rennstrecke
Fünferbob 1910 © Bobabteilung des SC Riessersee e.V.
Zweierbobs
Zweierbob modernerer Generation © Bobabteilung des SC Riessersee e.V.

Industriedenkmal Radom Raisting

Die leuchtend weiße Tragluftkuppel des RADOMS hebt sich deutlich von der umgebenden Landschaft und den Alpen im Hintergrund ab
© Industriedenkmal Radom Raisting

Die große weiße Kuppel und die benachbarten Parabolantennen wirken immer noch wie ein Stück Science Fiction mitten im Voralpenland, dabei sind sie schon längst Geschichte: Die 1963 errichtete Antenne I der Erdfunkstelle Raisting, besser bekannt als RADOM Raisting (von engl. radar dome – Radarkuppel), wurde bereits 1985 außer Betrieb genommen. Heute zählt die Anlage zu den deutschen Denkmälern von nationaler Bedeutung, gilt sie doch als Wiege der satellitengestützten Telekommunikation in Europa.

Über die von der Tragluftkuppel geschützte Parabolantenne wurden u. a. die erste Mondlandung und die Olympischen Sommerspiele 1972 in München übertragen. Auch eine Leitung der als „Rotes Telefon“ bekannten Verbindung zwischen der US- und der Sowjetregierung im Kalten Krieg wurde über Raisting hergestellt.

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