Direkt zum Inhalt



Peace, Love & Dreams – unser Ausstellungs-Ausblick 2026

Endlich Frühling! Auch in den Museen ist die Aufbruchstimmung spürbar: es wird blau, engagiert und modisch – schwärmt aus nach Penzberg, Amerang, Aschaffenburg, Lindau und Augsburg, lasst euch überraschen und berühren. Von der Leuchtkraft Heinrich Campendonks oder Hans Tichas, von den Visionen der Künstlergruppe Blauer Reiter. Von den Ameisenautobahnen von Thomas Bayrle. Von der “trolligen” Welt der Mumins. Poetisch und abstrakt, surreal und provokativ, fantastisch und konkret – diese Highlights und Geheimtipps erwarten euch vom Bodensee bis Unterfranken! Picasso, Hans im Glück und der Pumuckl sind auch dabei…

Aktuelle Ausstellungen im Haus der Kunst in München

Lisette Model

im Kunstfoyer München, bis 5. Juli 2026

Lisette Model (1901–1983) gilt als eine der prägendsten Fotografinnen des 20. Jahrhunderts. Ihre Bilder zeigen das urbane Leben mit schonungsloser Direktheit – von der High Society bis zu den Rändern der Gesellschaft.
Ab 18. März 2026 präsentiert das Kunstfoyer München eine konzentrierte Auswahl zentraler Werkgruppen und ikonischer Fotografien, die Models kompromisslosen Blick und ihren nachhaltigen Einfluss auf die Fotografie erfahrbar machen.

Mit ihren aufsehenerregend direkten Bildern verändert Lisette Model (1901–1983) die Fotografie schlagartig. Ihre unmittelbare, humorvolle, oft konfrontative, manchmal aber auch empathische Form der Wiedergabe revolutioniert die klassische Dokumentarfotografie. In ihren Aufnahmen von Straßenszenen und Porträts verbinden sich sozialer Realismus und emotionaler Ausdruck: „Schieß aus dem Bauch heraus!“ lautet ihr berühmtes Credo. Die Ausstellung vereint Models wichtigste Werkgruppen aus ihrem beinahe dreißigjährigen Schaffen, zwischen 1932 und 1959, darunter auch bisher noch nie ausgestellte Arbeiten.

“Man muss alles für sich selbst entdecken. Und alles ganz allein überwinden.”

Tove Jansson

Tove Jansson: Die Welt der Mumins

Gruppe von gezeichneten Mumins-Figuren beim Picknick
© Moomin Characters
Schwarz-weiß Foto von Tove Jansson, der Erfinderin und Autorin der Mumins-Figuren
Tove Jansson mit Muminpuppen, 1956 © picture alliance dpa / Lehtikuva Reino Loppinen

im Literaturhaus München, verlängert bis 31. Juli 2026 

Vor 80 Jahren erfand die finnische Künstlerin Tove Jansson die Mumins, die kultigen rundlichen Trolle, die derzeit weltweit gefeiert werden. Ihre Geschichten sind ein Plädoyer für Toleranz, Empathie und Abenteuerlust. Das Literaturhaus München stellt sie erstmals in einer großen Ausstellung vor.

Im Mumintal regieren Geborgenheit, Freundschaft und Humor, aber auch eine Prise Anarchie und Rebellion, dazu jener satirische Esprit, dem Tove Jansson in den Dreißiger- und Vierzigerjahren ihren Erfolg als politische Karikaturistin verdankte. Diese Mischung, fern jeder aufgesetzten Idylle, dabei voller Poesie und Eigensinn, bezaubert Erwachsene und Kinder gleichermaßen: Sie spricht das innere Kind im Erwachsenen an, freut Nostalgiker, die mit den Mumins aufgewachsen sind und beflügelt bei Kindern jene Vorstellungskraft, die intellektuell nicht unterfordert werden möchte. Das Finstere und das Helle, das Katastrophale und das Komische erscheinen hier in einem Gleichgewicht, das keinem Zeitgeist verhaftet ist, aber ganz besonders in unsere Epoche passt.

In der Ausstellung können Mumin, Schnüferl, Schnupferich, die winzige Mü und viele andere Figuren mit ihren Geschichten voller Geheimnisse, Überraschungen und Abenteuer erlebt werden. Originalillustrationen, Animationen und interaktive Stationen laden ein, die Welt der Mumins zu entdecken.

“Der Himmel ist nah, doch die Reise ist weit.”

frei nach “Wandrers Nachtlied” von Johann Wolfgang von Goethe

He Toi Ora. Beseelte Kunst der Māori. Auf den Spuren der Schnitzwerke

Geschnitzte Holzfigur eines Maori-Kriegers, das Gesicht ist mit Tätowierungen bemalt
Pfostenfigur Tāwhaki, Toatoa-Holz, Höhe 168 cm, ca. 1880, Kauf von Ludwig Bretschneider, 1965, Inv.-Nr. 65-1-1 © Museum Fünf Kontinente. Foto: Nicolai Kästner

im Museum Fünf Kontinente in München, bis 10. Mai 2026

He Toi Ora bedeutet: eine lebendige Kunst. Nach Auffassung der neuseeländischen Māori tragen die Künste eine lebendige, immerwährende Beziehung zwischen Vergangenheit und Gegenwart in sich. Viele Schnitzwerke gelten als beseelt und stehen in Verbindung mit den Ahnen. Die Sonderausstellung führt nicht nur in Philosophie und Weltbild der Māori ein, sondern thematisiert auch, wie Museumsfachleute und die Nachkommen der ursprünglichen Hersteller oder Besitzerinnen dieser Objekte gegenseitig den Kontakt suchen, um diese so wichtigen Verbindungen zu erneuern.
Mit 80 Objekten präsentiert die Sonderausstellung einen Großteil der in der Ozeanien-Sammlung des Museums Fünf Kontinente bewahrten Māori-Werke. Ihnen zur Seite gestellt sind Filme, Interviews, eine Fotoinstallation und vor wenigen Jahren entstandene Kunstobjekte, die von Mitgliedern des Iwi (tribale Gruppe) Rongowhakaata stammen. Neben Recherchen mittels Archivmaterialien und Holzanalysen liefern auch die faszinierenden Schnitzmotive Indizien über die Herkunft der Objekte. Wie die gemeinsam erarbeitete und in enger Abstimmung gestaltete Ausstellung jedoch verdeutlicht, ist die Expertise der Māori bei der Einordnung und Rückbindung dieser Schnitzwerke von zentraler Bedeutung.

Thomas Bayrle. Stadt, Land, alles im Fluss

Ein Gemälde, das grüne Autobahnen zeigt, die von Ameisen benutzt werden
Thomas Bayrle, Blattschneiderameisen, 1985. Courtesy Thomas Bayrle und neugerriemschneider, Berlin © VG Bild-Kunst, Bonn 2026

im Museum im Kulturspeicher Würzburg, bis 31. Mai 2026

Thomas Bayrle gehört zu den bedeutendsten Pop-Art-Künstlern in Deutschland. Ihm widmet das Museum im Kulturspeicher (MiK) Würzburg mit großer Freude erstmals eine Einzelausstellung. Im Zentrum der Würzburger Ausstellung, wie es der Titel Stadt, Land, alles im Fluss bereits ankündigt, stehen Kunstwerke, die sich entweder mit dem urbanen und ländlichen Lebensraum oder mit der Verkehrsthematik auseinandersetzen. Mit dieser Akzentsetzung soll eine inhaltliche Verzahnung mit der spezifischen Topographie und Stadtgeschichte Würzburgs nach 1945 geschaffen werden. Denn hier fokussieren sich – wie in einem Brennglas – die hochaktuellen gesellschaftlichen Diskurse über das Stadt-Land-Gefälle und die Utopien einer autogerechten Stadt auf einzigartige Weise.

UN:REAL. Lena Schabus

Fotocollage, die eine utopische Landschaft mit Fabrik mit vielen Rohren und davor einen Bach zeigt
© Lena Schabus, Territorium, 2021

im Museum Moderner Kunst Wörlen Passau, bis 6. Juni 2026 

Lena Schabus (1990 in Passau geboren, lebt und arbeitet in Regensburg) zeigt rund 60 fotografische Bildkompositionen, die sie aus vielen Einzelaufnahmen zu homogenen großformatigen Bildwelten zusammensetzt. 

In dieser Vermischung aus Realität und digitaler Fiktion entstehen spektakuläre urbane und industrielle Landschaften, die auf den ersten Blick plausibel wirken, bei näherer Betrachtung aber feine Brüche offenbaren. Die Arbeiten loten das Spannungsfeld von Vertrautem und Unwirklichem aus und fordern den Blick heraus. Unweigerlich fragen wir uns: Was ist echt, was ist inszeniert? 

Dabei weiß die Künstlerin sich zugleich in die lokale Tradition eingebunden, wenn sie „Weltlandschaften“ des Anthropozän entwirft, die uns an diejenigen der sogenannten „Donauschule“ des 16. Jahrhunderts (Albrecht Altdorfer, Wolf Huber, Rueland Frueauf der Jüngere) erinnern.

Emilio Vedova. Mehr als Bewegung um ihrer selbst willen

Staffelei-artiges, farbiges Kunstwerk in einer Ausstellung
Emilio Vedova, Omaggio a Dada Berlin, ’64/’65 n. 13, 1964 -1965 , Vittorio Pavan © Fondazione Emilio e Annabianca Vedova, Venedig

im Museum Lothar Fischer in Neumarkt, bis 13. Juni 2026

Im November 1963 zog der venezianische Künstler Emilio Vedova als Stipendiat der US-amerikanischen Ford Foundation für achtzehn Monate nach Berlin und arbeitete im ehemaligen Atelier des Bildhauers Arno Breker, dem heutigen Kunsthaus Dahlem. Bewusst kritisch setzte er sich mit der NS-Zeit und der jüngsten Geschichte des Landes auseinander und schuf Werke, die sich auf eben diesen Kontext bezogen. Neben Arbeiten auf Papier entstanden seine raumgreifenden "Plurimi", die er zunächst in Modellen formal vorbereitete und die ihn intensiv beschäftigten. Auch die Künstlergruppe SPUR, die Lothar Fischer 1957 mitbegründete, interessierte sich für Vedovas höchst eigenständiges, international angesehenes Werk.

Ticha. Retrospektive

Plakatives Gemälde, das einen Mann mit riesigen Händen in blauem Anzug und vor orangenem Grund zeigt
Hans Ticha, Klatscher, 1982/1990 © VG Bild-Kunst 2026: Hans Ticha; Foto Christoph Petras 

im Neues Museum – Staatliches Museum für Kunst und Design Nürnberg, bis 14. Juni 2026

Erstmals wird im Westen der Republik das Werk von Hans Ticha (*1940) in einer Retrospektive vorgestellt.
Der bis zur Wende in der DDR tätige Künstler war vor allem als Illustrator von Büchern in Erscheinung getreten. Fernab vom offiziellen Kunstbetrieb der DDR schuf er jedoch auch ein malerisches Werk, das den hohlen Gesten und Ritualen des Arbeiter- und Bauernstaats mit feiner Ironie begegnete. Seine an der Kunst der klassischen Moderne orientierte Malerei führt er auch im Westen fort und bleibt seiner kritischen Sicht der Dinge treu.

„Das Blau, die typisch himmlische Farbe, der stärkste Gegensatz zu dem irdischen Gelb strahlt nicht wie dieses über die begrenzende Form hinaus und nähert sich uns, sondern die Bewegung geht nach innen wie die Windungen eines Schneckenhauses…“ 

Heinrich Campendonk im Notizheft zur Farbe, um 1924

Campendonk malt Blau

Hinterglasbild, das einen Wald aus blauen, grünen, lilanen und orangenen Bäumen zeigt
Bäume, um 1946, Hinterglasmalerei, Dauerleihgabe Museum Penzberg © VG Bild-Kunst Bonn 2026; Foto Simone Bretz

im Museum Penzberg - Sammlung Campendonk, bis 28. Juni

Blau ist die Farbe des Himmels, der Sehnsucht und für Heinrich Campendonk der Bewegung nach innen in die Tiefe. Campendonks Blau das sind: In die Ferne ziehende Gänse, auf dem Wasser schaukelnde Boote, blaue Figuren, in die Höhe wachsende Pflanzen, Ölgemälde, Hinterglasbilder und selten bzw. noch nie gezeigte Arbeiten auf Papier – zu sehen sind Werke aus der eigenen Sammlung. Eines ist ihnen allen gemein: die Farbe Blau dominiert. 

In einem unscheinbaren, kornblumenblauen Schulheft hat Campendonk um 1924 Notizen zu seiner Farbtheorie „der Beweglichkeit der Farben“ festgehalten – ein ganz besonderer Schatz. Für den expressionistischen Künstler spielte Farbe eine zentrale Rolle, sie ist der Schlüssel zu seinem Werk. 

Die feine Sonderausstellung im Altbau des Museums ergänzt die Dauerausstellung und eröffnet darüber hinaus neue Perspektiven auf das Gezeigte. Fokussiert wird das weithin unbekannte Spätwerk Heinrich Campendonks. Zum zehnjährigen Bestehen des Museum Penzberg – Sammlung Campendonks in seiner heutigen Form geht es auf Entdeckungsreise in der eigenen Sammlung. 

Erbslöh. Fantasie und Form

Buntes Ölgemälde, dass eine abstrakte Berglandschaft zeigt.
Adolf Erbslöh, Sonnenuntergang (Brannenburg), 1920, Öl auf Holz

im Franz Marc Museum, bis 25. Juli 2026

Adolf Erbslöh (1881–1947) zählt zu den stillen, aber prägenden Künstlern der Moderne. Mit seinem Essay Phantasie und Form formulierte er eine eigene Kunsttheorie, die Fantasie nicht als Gegensatz zur Ordnung, sondern als deren Ursprung versteht. Die Ausstellung Fantasie & Form. Adolf Erbslöhs Weg in die Moderne folgt diesem Gedanken und lädt dazu ein, die unverwechselbare Bildsprache des Künstlers neu zu endecken.

Als Mitbegründer und späterer Vorsitzender der Neuen Künstlervereinigung München beeinflusste Erbslöh maßgeblich das künstlerische Klima, aus dem der Blaue Reiter hervorging. Er war kein Dogmatiker der Avantgarde, sondern ein Suchender, der zwischen dem expressiven Gestus des Expressionismus und den klaren Formprinzipien der Klassischen Moderne vermittelte. In seinen Landschaften, Stadtansichten und Stillleben wird die Fantasie zu einer strukturgebenden Kraft: leuchtende Farben, klare Linien und gestaffelte Flächen sind Mittel eines denkenden Sehens.

Über die Welt hinaus - der Blaue Reiter

Ornamentales Gemälde mit vielen farbigen Kreisen und Mustern
Wilhelm Morgner, Ornamentale Komposition XV, Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München / Lenbachhaus Munich, Ankauf des / Acquisition of Förderverein Lenbachhaus e. V. 2024

im Lenbachhaus in München, bis 5. September 2026

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts formierte sich in München ein Kreis von Künstlerinnen und Künstlern mit einer Vision. Sie hatten das gemeinsame Ziel, die Kunst zu erneuern und die Gesellschaft zu verändern.

Besonders wichtig in diesem Unterfangen waren die beiden Ausstellungen der Redaktion "Der Blaue Reiter in München 1911–12". Der Titel nahm explizit Bezug auf das Vorhaben des Almanachs: Dieses programmatische Jahrbuch etablierte den Blauen Reiter als Teil eines weltweiten, epochen- und gattungsüberschreitenden Kunstschaffens. Der Blaue Reiter war jedoch mehr als das: Er basierte auf einem Netzwerk des Austauschs, das kulturelle Unterschiede als kreative Ressource verstand. In einem transnationalen Dialog – vom Deutschen Kaiserreich und Frankreich bis ins Russische Reich und in die USA – schufen die Beteiligten neue Bildsprachen für eine sich wandelnde Welt. Viele von ihnen lebten unkonventionelle Lebensentwürfe, stellten Geschlechterrollen in Frage und suchten nach neuen Formen der Darstellung jenseits bürgerlicher Normen.

Die Ausstellung rückt ihre wegweisenden Errungenschaften in den Mittelpunkt – von Franz Marcs symbolischer Farbtheorie über Wassily Kandinskys Abstraktionen bis hin zu Alexander Sacharoffs performativen Grenzüberschreitungen. Besonderes Augenmerk gilt den Künstlerinnen, die – für ihre Zeit ungewöhnlich sichtbar – eine zentrale Rolle in der Bewegung spielten. Neben Gabriele Münters expressiver Malerei treten ausdrucksstarke Selbstporträts von Elisabeth Epstein, die dramatischen Gemälde der Kosmopolitin Marianne von Werefkin und Maria Franck-Marcs hintergründige Stillleben und utopische Kinderwelten.

Bedeutende Neuzugänge zur Sammlung des Lenbachhauses wie die großformatigen abstrakten Kompositionen von Wilhelm Morgner oder sozialkritische Werke von Emmy Klinker und Albert Bloch sind erstmals zu sehen. Mit über 150 Arbeiten eröffnet die Ausstellung neue Perspektiven auf eine der bedeutendsten Bewegungen der europäischen Avantgarde und zeigt, wie aktuell ihre Fragen nach Emanzipation, ästhetischer Praxis und gattungsübergreifenden Innovationen auch heute sind. Der Blauen Reiter verstand Kunst als Botschaft und nicht als bloßes Problem der (schönen) Form. So beschreibt Else Lasker-Schüler 1911 in einem Gedicht die Suche nach einem weiteren Horizont mit den Worten: "Über die Welt hinaus."

Die Ausstellung findet im Rahmen der Vorbereitungen unseres Jubiläums "100 Jahre Lenbachhaus 1929 / 2029" statt.

Frieden

Schwarz-weiß-Foto einer Antikriegs-Demo in den USA in den 60er Jahren: ein Mann trägt ein Schild mit der Aufschrift "Just Peace Now", im Hintergrund ist das Kapitol zu sehen
Der Friedensforscher Herbert Kelman bei einer Demonstration gegen den Vietnamkrieg © Kelman Institute

im Jüdischen Museum Augsburg Schwaben/ ehemalige Synagoge Kriegshaber, bis 13. September 2026

Weltweit nehmen bewaffnete Konflikte zu. Der Gewalt und dem Terror bewusst die Aufmerksamkeit entziehen, das ist Ziel der Ausstellung. Sie will die zivilisatorische Errungenschaft des Friedens in Erinnerung zu rufen und das Bewusstsein dafür stärken, dass Frieden ein fragiler Zustand ist, der geschützt und gepflegt werden muss. Ausgehend von verschiedenen Konzepten und Definitionen des Friedens spürt sie dem Verhältnis von Frieden und Judentum, Politik, Krieg, Feminismus, Dialog und Gerechtigkeit nach und erzählt anhand von ausgewählten Objekten und künstlerischen Arbeiten vom Einsatz für den Frieden und gelebter friedlicher Praxis. Dabei stehen jüdische Perspektiven im Vordergrund.

Basierend auf der Ausstellung “Frieden” des Jüdischen Museums Wien (kuratiert von Adina Seeger und Tom Juncker) wurde die Augsburger Adaption durch den 80. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs und das 375-jährige Jubiläum des städtischen Hohen Friedensfests angestoßen. Sie gibt deshalb auch Einblicke in das Engagement für den Frieden in Deutschland und würdigt die große Bedeutung des Themas für Augsburg.

Pumuckl

Plakat zur Ausstellung mit dem kleinen rothaarigen Kobold Pumuckl, der ein Bild von einem Segelboot malt
Pumuckl, Brian Bagnall © www.pumuckl.de

im LANDSHUTmuseum, bis 27. September 2026

Der freche kleine Kobold mit seinem Rotschopf wird Landshut über viele Monate mit seinem Charme verzaubern. In einer musealen Ausstellung erleben junge und alte Pumuckl-Fans, und alle, die es werden wollen, spannende und unterhaltsame Stunden. In Zusammenarbeit mit dem Pumuckl-Team und der Pumuckl Media GmbH organisieren die Museen der Stadt Landshut ein kulturelles Highlight. Viele Stationen laden zum Zuhören, Zuschauen und Mitmachen ein.
Die drei wichtigsten Kunstschaffenden rund um den Pumuckl werden im Obergeschoss des LANDSHUTmuseums vorgestellt: Ellis Kaut, Barbara von Johnson und Brian Bagnall.
Im KASiMiRmuseum taucht ihr ganz in die Welt des liebenswerten Klabauternachfahren ein. Hättet ihr gewusst, dass er nicht überall "Pumuckl" genannt wurde und nicht immer in gelbem Shirt und grüner Hose in Meister Eders Werkstatt spukte? Doch zu viel sei hier nicht verraten. Ihr werdet von den Exponaten und allen Geschichten begeistert sein und die Eigenheiten des Publikumslieblings auf besondere Weise kennenlernen.

Planetary Health

Blick in die neue Sonderausstellung “Planetary Health”. Die Attraktoren-Türme – hier aus dem Bereich Stoffe mit roten Blutkörperchen und aus dem Bereich “Luft” mit überdimensionalen Gasbläschen - fallen sofort ins Auge.
© Deutsches Museum, München; Hubert Czech

im Deutschen Museum München, bis 30. September 2026

Hitzewellen, Dürren, Extremwetter: Die Erde hat Fieber. Und das ist auch für uns Menschen nicht gesund. Wie eng unser Wohlbefinden mit dem Zustand des Planeten verbunden ist, das zeigt die neue Sonderausstellung in der Eingangshalle des Deutschen Museums. Hier erfährt man – aufgeschlüsselt in die fünf Bereiche Luft, Biosphäre, Wasser, Stoffe und Landschaft – wie unsere Lebensweise auf die Natur wirkt und was passiert, wenn das natürliche Gleichgewicht aus dem Takt gerät. Zugleich werden Ideen, Projekte und Visionen vorgestellt, mit denen sich ein nachhaltiges Miteinander von Mensch und Planet finden lässt. 

Der Zustand der Erde ist besorgniserregend: Von den neun planetaren Belastungsgrenzen, die von einem internationalen Forschungsteam eingeführt wurden, sind mittlerweile schon sieben überschritten. Und die Auswirkungen, die das auf die Menschheit hat, werden immer deutlicher spürbar: Durch die Klimaerwärmung gibt es beispielsweise erwiesenermaßen immer mehr extreme Wetterereignisse.

In den fünf Modulen der neuen Sonderausstellung sind noch viele weitere solcher Beispiele zu finden: vom Ausrotten einer Geierart, das zu einer steigenden Zahl von tödlichen Tollwutfällen führte; von winzigsten Plastikteilchen in der Nahrung oder im Trinkwasser, die Krebs auslösen können; oder von Ernteeinbußen und Hunger wegen des Insektensterbens.  Aber es gibt auch gute Neuigkeiten: An jedem Modul werden Beispiele aus der Praxis vorgestellt, die zeigen, wie man die bestehenden Zustände zum Besseren ändern und eine gute Zukunft aktiv mitgestalten kann, vom Wasserrucksack PAUL über das Solar Gate bis hin zum Cloudfisher.

Making Max Emanuel. Wie wird man zur Legende?

Portät von Kurfürst Max Emanuel von Bayern im Harnisch mit hoher grauer Perücke
Kurfürst Maximilian II. Emanuel (1662-1726), Brustbild, Öl auf Leinwand, um 1710, Werkstatt des Joseph Vivien (1657-1734) ©   Bayerisches Armeemuseum; Foto: Florian Weber 

im Bayerischen Armeemuseum in Ingolstadt, bis 4. Oktober 2026

Max Emanuel gilt als einer der wichtigsten Herrscher Bayerns. Mit ihm erlebte der Staat einen immensen Aufschwung: Als er geboren wurde, war das Land noch gezeichnet vom Dreißigjährigen Krieg. Unter dem ehrgeizigen Kurfürsten und begabten Feldherrn Max Emanuel wurde Bayern zu einem Machtfaktor in Europa. Die Dynastie der bayerischen Wittelsbacher hatte Chancen, in die Liga der europäischen Königshäuser aufzusteigen, auch wenn militärische Aufrüstung und extravagante Hofhaltung die Staatskassen massiv belasteten. Allerdings scheiterten seine Ambitionen: Nach militärischen Niederlagen verlor Max Emanuel sogar die Kurwürde und musste für fast zehn Jahre ins französische Exil. Nur die Gleichgewichtspolitik der europäischen Großmächte brachte ihm Land und Rang zurück. Max Emanuel gab nicht auf, er inszenierte sich selbst als Retter Bayerns, als erfolgreicher Feldherr und Barockfürst nach dem Vorbild des französischen Sonnenkönigs, Ludwigs XIV.
Letztlich war dies erfolgreich, seine riskante Politik und ihre katastrophalen Folgen wurden fast vergessen – das Bild des siegreichen „Türkenbezwingers“, des Begründers der Bayerischen Armee sowie des kunstsinnigen Herrschers und Bauherr prachtvoller Schlösser überstrahlt bis heute alles.  
Ergänzt durch hochkarätige Leihgaben werden bekannte und unbekannte Bestände des Bayerischen Armeemuseums gezeigt, die ein vielfältiges Bild der „Legende“ Max Emanuel, ihrer Selbstdarstellung, ihrer Ambitionen, aber auch des höfischen Lebens zeichnen.

 

Celebrating Fashion

Model in einem schwarz-weißen Abendkleid zwischen zwei Puppen mit ebenfalls schwarz-weißen Kleidern in der Ausstellung
Model im Kleid von Talbot Runhof beim Fotoshooting zur Ausstellung „Celebrating Fashion“ im tim © Foto: Lauren Leis

im tim – Staatliches Textil- und Industriemuseum Augsburg, bis 25. Oktober 2026

Die Schau ist die erste museale Retrospektive zur Couture von Talbot Runhof. Sie beleuchtet die kreativen Quellen des Designer-Duos, die unverwechselbare Designsprache und die besondere Rolle, die das Mode-Label in der internationalen Fashionlandschaft spielt.

Die beiden Münchner Modeschöpfer Johnny Talbot und Adrian Runhof gehören zu den wenigen deutschen Designern, die mit ihren Kreationen mehr als zwei Dutzend Male auf der Pariser Fashion Week präsent waren. Gefeiert vor den Augen der Weltpresse machten ihre 25 Shows deutlich, wofür ihre beeindruckenden Entwürfe stehen: Opulente Eleganz, handwerkliche Präzision und die Kunst, besondere Momente sichtbar zu machen. Ihre Kreationen laden dazu ein, Schönheit zu erleben, Individualität und Selbstbewusstsein auszudrücken und das Leben zu feiern: Raffinierte Draperien, außergewöhnliche Silhouetten, kraftvolle Farben, Schwarz-Weiß- Optiken, florale oder grafische Muster -  die Designs des Duos formen den Körper und eröffnen »good times« für alle, die sie tragen. Jedes Kleid macht aus einem Anlass ein Ereignis.

Musik, Film, Kunst, gesellschaftliche Entwicklungen und inspirierende Persönlichkeiten fließen ebenfalls in die Arbeiten von Talbot Runhof ein. Die Haltung ist klar: offen, empathisch und verantwortungsbewusst. Talbot Runhof feiert Vielfalt und hinterfragt Konventionen – ohne moralischen Zeigefinger, aber mit Stil.

“Kunst gibt nicht das Sichtbare wieder, sondern macht sichtbar.”

Paul Klee, Schöpferische Konfession 1920

Paul Klee. Der Poet des Blauen Reiter

Das Aquarell zeigt eine tunesische Landschaft in Braun- und Blautönen von Paul Klee
Paul Klee, Hamammet (Blick in d. Gärten), 1914, 33 © KK-Privatsammlung

im Schloßmuseum Murnau, bis 1. November 2026

Paul Klee wurde innerhalb der Künstler und Künstlerinnen des Blauen Reiter stets eine Sonderstellung zugesprochen. Im Dialog mit Gemälden von August Macke, Robert Delaunay, Franz Marc, Wassily Kandinsky und Gabriele Münter wird Klees enge Verbundenheit mit dem Künstlerkollektiv um den Blauen Reiter deutlich und seine Position zwischen Inspiration und künstlerischer Eigenheit nachvollziehbar.

Zum 30-jährigen Bestehen des Museums übergab die KK-Stiftung Murnau 2023 dem Schloßmuseum Murnau seine Blaue Reiter-Sammlung als Dauerleihgabe. Die Werke, die aus dem engen Kontext der legendären Murnauer Malaufenthalte von Gabriele Münter, Wassily Kandinsky, Marianne von Werefkin und Alexej von Jawlensky zwischen 1908 und 1910 stammen und wie die Arbeiten von Franz Marc, August Macke, Heinrich Campendonk und Alfred Kubin unmittelbar in Beziehung zu den Ereignissen um die Redaktionssitzungen und die Herausgabe des Almanachs “Der Blaue Reiter” 1911 stehen, zählen zu den Hauptwerken des deutschen Expressionismus. Das Ehepaar, das seine Blaue Reiter-Sammlung in die KK-Stiftung überführt hat, stellt für diese Sonderschau zusätzlich ausgewählte Arbeiten aus seiner Paul Klee-Sammlung zur Verfügung.
 

Picasso.Handmade - Zeichnungen und Keramiken

Schwarz-weiß-Porträt von Picasso mit spanischem Hut
Pablo Picasso mit spanischem Hut © David Douglas Duncan/Harry Randsom Center 

im Cavazzen Museum Lindau, bis 1. November 2026

Mit „Picasso.Handmade“ kehren im Jahr 2026 die großen Sonderausstellungen der klassischen Moderne eindrucksvoll in das wiedereröffnete Cavazzen Museum im Herzen der Lindauer Insel zurück. Vom 2. Mai bis zum 1. November widmet sich Lindau einem der einflussreichsten Künstler der Moderne – und zeigt Pablo Picasso ganz nah und unmittelbar. Originale Meisterzeichnungen und Keramiken eröffnen einen neuen Blick auf das Werk des Jahrhundertgenies und knüpfen zugleich an eine bemerkenswerte Erfolgsgeschichte an: Seit 2011 haben rund eine Million begeisterte Besucherinnen und Besucher die Lindauer Kunstausstellungen erlebt.

Hans - eine kleine Geschichte vom Glück. Fotografien von Stefan Winkelhöfer

Anrührendes Schwarz-weiß-Porträt des Kleinbauern Hans im karierten Hemd und mit grauen Haaren
© Stefan Winkelhöfer

im Freilichtmuseum Amerang, bis 8. November 2026

Vor einigen Jahren hat der in Regensburg geborene Fotograf Stefan Winkelhöfer einen alten Bauern kennengelernt, der ein ganz und gar ungewöhnliches Leben führt. Ein Mensch, der aus der Zeit gefallen zu sein scheint. So viel Bescheidenheit, so wenig Ansprüche ans Leben, so viel Zufriedenheit, so wenig Enttäuschung, obwohl der Hans wahrlich kein leichtes Leben hinter sich hat - das hat Winkelhöfer schwer beeindruckt.

Er begann beim Hans zu fotografieren und dokumentierte den Alltag des Hans in Schwarzweiß-Aufnahmen, für die er sich fünf Jahre Zeit nahm. Immer wieder hielt er ein Stück seines Lebens in Bildern fest. Auf diese Weise schuf er ein sehr persönliches Porträt eines Kleinbauern, der seinen Hof in seiner langen Existenz nur selten verließ. Als „Daheimgebliebener“ lebt er ein Leben, das partout nicht mehr in die moderne Zeit passen will.

Die Ausstellung erzählt in eindringlichen Bildern voller Sympathie die Geschichte vom Hans und von Dingen, die bald nicht mehr sein werden.

A European Collection. Meisterwerke aus dem Khanenko Museum in Kyjw

Werkstatt des Hieronymus Bosch, Die Versuchung des heiligen Antonius, Triptychon, um 1520–1550, Öl auf Leinwand auf Holz übertragen, Mittelteil 82 × 71,5 cm, Bohdan und Varvara Khanenko Nationalmuseum © Museen der Stadt Aschaffenburg; Foto: Stefan Stark

im Christian Schad Museum Aschaffenburg, bis 10. Februar 2027

Das Bohdan und Varvara Khanenko Nationalmuseum in Kyjiw beherbergt den bedeutendsten Bestand abendländischer Kunst in der Ukraine und zählt damit zu den wichtigen europäischen Sammlungen seiner Art. Die Gemälde der Sammlung stammen überwiegend von namhaften, teils weltberühmten europäischen Künstlern des 15. bis 19. Jahrhunderts. Sie vermitteln einen Überblick über zentrale Positionen der europäischen Malerei und folgen zugleich der didaktisch geprägten Ordnung der Khanenko-Sammlung.

Zu den in der Ausstellung gezeigten Künstlern zählen unter anderem Peter Paul Rubens, Bernardo Bellotto, Pieter Brueghel d. J., Jacob Jordaens und Antonio Canova. Ergänzt wird die Präsentation durch Werke aus den Werkstätten von Hieronymus Bosch und Rembrandt. Das Ensemble veranschaulicht die vielfältigen kulturellen Verflechtungen Europas und steht exemplarisch für ein gemeinsames, über Jahrhunderte gewachsenes Kulturerbe.
Die Ausstellung ist das Ergebnis einer außergewöhnlichen internationalen Kooperation zwischen dem Khanenko Nationalmuseum und den Museen der Stadt Aschaffenburg. Ausgewählte Werke aus der Sammlung des Khanenko Museums wurden in den vergangenen Jahren bereits an verschiedenen europäischen Ausstellungsorten präsentiert, um ihren Erhalt zu sichern und zugleich ihre öffentliche Zugänglichkeit zu gewährleisten. Im Christian Schad Museum werden sie nun erstmals in einer umfassenden Präsentation zusammengeführt. Damit entsteht die bedeutendste und umfangreichste Ausstellung ukrainischen Kulturbesitzes in Europa seit Beginn des Krieges.

Römer - Gesichter eines Weltreichs

Nachgestellte Lagerfeuerszene in der Römer-Ausstellung
© Foto: Rebecca Kind

im Lokschuppen Rosenheim, bis 1. August 2027

753 vor Christus: Rom schlüpft aus dem Ei. Aus einem kleinen Dorf am Tiber wächst eines der größten Imperien der Weltgeschichte: das Römische Reich. Aus ungewohnter Perspektive erzählt der Lokschuppen von dessen Menschen und ihren Identitäten. Bürger und Händlerinnen, Legionäre und Landwirte, Kinder und Kaiser, Götterverehrerinnen oder Gladiatoren. Persönlich, eindringlich und nah. 

Eine lebendige Mitmachausstellung zeichnet das Bild eines Alltags zwischen Luxus und Lebensschicksal. Über 500 faszinierende Originale laden zum Staunen ein – von spektakulären Schatzfunden bis hin zu Dingen des täglichen Lebens. Der wahre Schatz aber liegt in ihren Geschichten über Begegnung, Wandel und Verschmelzung. Wer genau hinsieht, erkennt: Die Spuren der Vergangenheit führen direkt ins Heute.

Die Ausstellungsempfehlungen sind kuratiert von Nathalie Schwaiger und Bianca Faletti, Infopoint Museen & Schlösser in Bayern. Die Ausstellungstexte basieren auf den Pressetexten der jeweiligen Museen und Ausstellungshäuser.