Aktuelle Ausstellungen im Haus der Kunst in München
Vhils - Strata. Ausgewählte Werke 2005 - 2025
im Museum of Urban and Contemporary Art (MUCA) in München, verlängert bis 1. März 2026
Das MUCA präsentiert die erste Einzelausstellung des renommierten zeitgenössischen Künstlers Alexandre Farto alias Vhils in Deutschland. Die Ausstellung zeigt eine umfassende Auswahl der Werke des portugiesischen Künstlers aus den vergangenen zwei Jahrzehnten. Besucher*innen haben die Möglichkeit, die Entwicklung seines unverwechselbaren künstlerischen Stils anhand einer breiten Palette von Materialien, Techniken und konzeptionellen Ansätzen zu erleben.
Vhils ist international für seine einzigartige Herangehensweise an urbane Kunst bekannt, die unsere Wahrnehmung der Umgebung und die Art und Weise, wie wir mit ihr interagieren, revolutioniert hat. Seine Arbeiten – von filigranen Wandschnitzereien der Serie „Scratching the Surfaces“ bis hin zu explosiven Reliefskulpturen, großformatigen Installationen und Mixed-Media-Kompositionen – überschreiten die traditionellen Grenzen der Kunst. In dieser Ausstellung bietet sich eine seltene Gelegenheit, den künstlerischen Werdegang Vhils‘ in einer noch nie dagewesenen Tiefe zu erkunden und zu verstehen. Seine Werke reflektieren Themen wie Identität, Erinnerung und urbane Transformation durch die Linse individueller und kollektiver Erfahrungen.
Lovis Corinth - Bildrausch
im Kunstforum Ostdeutsche Galerie in Regensburg, verlängert bis 6. März 2026
Lovis Corinth (1858–1925) zählt zu den wichtigsten deutschen Malern und Grafikern der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Bereits früh wurde er zum Vorbild für seine Zeitgenossen und prägte auch nachfolgende Generationen von Künstlerinnen und Künstlern. Anlässlich von Corinths 100. Todestag vermittelt die Ausstellung Einblicke in seinen künstlerischen Schaffensprozess. Welche Motive interessierten den Künstler und welche davon führte er weiter aus bis hin zu einem Gemälde? Wie entwickelte er seine Bildkompositionen? Das sind die wesentlichen Fragen, denen die Präsentation nachgeht.
Die wissenschaftliche Auswertung der Skizzenbücher liefert zahlreiche neue Erkenntnisse zu Corinths künstlerischem Denken und Sehen. Eine Gegenüberstellung von Skizzen, vorbereitenden Kompositionsstudien und tatsächlich ausgeführten Gemälden veranschaulicht den Weg von der Idee zum finalen Werk. Zudem wird ersichtlich, dass Corinth einzelne Themen zeitlebens verfolgte und immer wieder neu formulierte.
Das Kunstforum Ostdeutsche Galerie verwahrt eine in der deutschen Museumslandschaft außergewöhnliche Sammlung an zwölf Gemälden aus allen Schaffensphasen des Künstlers. Hinzu kommen hunderte Zeichnungen und Druckgrafiken in der Grafischen Sammlung des Museums. Das Herzstück bilden zwölf Skizzenbücher und ein Album mit eingeklebten Skizzen, die nun erstmals vollständig wissenschaftlich erschlossen wurden.
Austin Eddy X Campendonk. Vogel, Fisch und Farbe
im Museum Penzberg – Sammlung Campendonk, Penzberg, verlängert bis 18. Januar 2026
Still sind Austin Eddys Stillleben nicht, viel mehr stehen sie für physische und psychische Bewegung: Vögel im Sturzflug oder Fische in Zweisamkeit, Blumen, Bäume und Bauten. In vielschichtiger Ölkreide, in Aquarell, Zeichnung, Collage und Skulptur entwickelt Austin Eddy seine Bildsprache zwischen Figur und Abstraktion.
Ein Jahrhundert und die künstlerische Avantgarde zweier Kontinente liegen zwischen der Kunstproduktion von Heinrich Campendonk (1889-1957) und dem 1986 in Boston geborenen Austin Eddy. Dessen Bildsprache erinnert zuweilen an Werke Campendonks in einem gleichsam zeitgenössischen Vokabular: Mit Linien, Punkten, Textur und Farbe legt Eddy universale Chiffren für grundlegende Emotionen dar, ohne dass der Mensch zu sehen ist. Dabei ist die schmerzliche Sehnsucht nach der verlorenen Harmonie von Mensch und Natur, wie sie der Blaue Reiter formulierte, deutlich zu spüren.
Testimony. Boris Lurie und jüdische Künstlerinnen aus New York
im Neuen Museum – Staatliches Museum für Kunst und Design Nürnberg, bis 1. Februar 2026
"Testimony" eröffnet einen Dialog zwischen dem Werk von Boris Lurie und den Arbeiten von Zoë Buckman (geb. 1985), Fancy Feast (geb. 1988) und Marsha Pels (geb. 1948) – drei zeitgenössischen, jüdischen Künstlerinnen, die in ihren Skulpturen, Textil- und Videoarbeiten den Wandel der Einstellungen zu Jüdisch-Sein, Selbstdarstellung und Weiblichkeit erforschen.
Bilder von Frauen durchziehen das gesamte Œuvre von Boris Lurie (1924–2008). In seinen Werken vermengt der ebenfalls jüdische Künstler, der 1941–1945 in KZ-Gefangenschaft verbrachte und nach Kriegsende 1946 in die USA emigrierte, Sex und Tod, Erregung und Ekel, Demütigung und Würde. Diese Ambivalenz war seine Art, mit dem Trauma des Holocaust umzugehen. Lurie hatte bei dem Massaker von Rumbula (bei Riga) 1941 fast seine gesamte weibliche Verwandtschaft verloren. Angesichts der Tatsache, dass die Frauen sich vor ihrer Hinrichtung entkleiden mussten, sprach er vom „größten Striptease aller Zeiten“. Sein Entsetzen über diese Unmenschlichkeit kommt in der Ausstellung mit der Werkserie Dismembered Women („Zerstückelte Frauen“) zum Ausdruck.
Die Ausstellung wurde von der US-amerikanischen Kuratorin Sara Softness konzipiert, die für das Museum of Jewish Heritage in New York arbeitet. Sie hinterfragt den bisherigen Diskurs um Luries Werk, indem sie den männlich geprägten Deutungsrahmen um eine feministische Perspektive erweitert.
Helmut Newton. Polaroids
im Kunstfoyer in München, bis 22. Februar 2026
Die Ausstellung präsentiert ikonische Sofortbilder des berühmten Fotografen, die Newtons unverwechselbaren Stil in einem spontanen Medium einfangen.
Seit den 1960er-Jahren hat das Polaroid-Verfahren die Fotografie revolutioniert. Polaroids sind in den meisten Fällen Unikate, dienten für visuelle Vorstudien oder auch als eigenständige Kunstwerke. In nahezu allen Bereichen – Werbung, Landschaft, Porträt, Mode und Akt – und fast überall auf der Welt fand diese ungewöhnliche Bildtechnik seit den 1960er-Jahren begeisterte Anwender, sowohl in der angewandten als auch in der künstlerischen Fotografie.
Auch Helmut Newton hat unterschiedliche Polaroid-Kameras intensiv genutzt, insbesondere während der Shootings für seine Modeaufträge. Das Polaroid entspricht einer Art Ideenskizze; zugleich dient es der Überprüfung der konkreten Lichtsituation und Bildkomposition. Zwei Beispiele visualisieren hier auch die unterschiedliche Entwicklung von der fotografischen Skizze (mittels eines Polaroids) zum finalen Bild, das Newton anschließend mit einer Spiegelreflexkamera schoss, auf „richtigem“ Film, wie er stets sagte. So scheinen beim Ausstellungsrundgang en passant die Entstehungsgeschichten auch manch anderer ikonischer Aufnahmen auf, die Newton in seinen Büchern publiziert hat und die sich in unserem kollektiven Bildgedächtnis eingeschrieben haben. Insofern kommt die aktuelle Präsentation einem Blick in das Skizzenbuch eines der einflussreichsten Fotografen des 20. Jahrhunderts gleich.
In einer Vitrine befinden sich überdies unterschiedlichste Polaroid-Kameras für kleinere Bildformate aus einer Berliner Privatsammlung.
Johannes Grützke - der Menschenmaler
in der Kunsthalle Jesuitenkirche in Aschaffenburg, bis 22. Februar 2026
Erstmals in der Region wird eine umfassende Ausstellung zum Werk des Berliner Künstlers (1937–2017) präsentiert: die rund 50 gezeigten Arbeiten bieten einen vielschichtigen Einblick in das Schaffen eines der eigenwilligsten Vertreter der figurativen Malerei in der deutschen Nachkriegskunst.
Grützkes kraftvolle Bildsprache, geprägt von intellektueller Schärfe und subversivem Humor, stellt den Menschen konsequent ins Zentrum. Seine Werke zeigen keine idealisierten Abbilder, sondern tragikomische, komplexe und zutiefst soziale Individuen. Über ein halbes Jahrhundert hinweg entstand ein unverwechselbares Œuvre, das mit scharfem Blick Rollenbilder, Maskeraden und gesellschaftliche Absurditäten seziert. In Porträts, Gruppenbildern und szenischen Kompositionen entfaltet sich ein erzählerisches Panorama menschlicher Verhaltensweisen.
Essen neu denken. New Food Systems
im Deutschen Museum Nürnberg, bis 1. März 2026
„Essen neu denken“: Durch neue Technologien entstehen neue Möglichkeiten der Lebensmittelproduktion. Joghurt aus Soja, Limonade mit Algen oder Fleisch aus Zellkulturen, neue Anbau- und Produktionsmethoden ermöglichen Lebensmittel mit weniger Umweltbelastung und geringerem Rohstoffverbrauch. Doch nicht alles findet automatisch Akzeptanz.
„Essen ist mehr als nur Nahrungsaufnahme – es ist ein Spiegel der Gesellschaft und ihrer Werte. Mit dieser Ausstellung wollen wir nicht nur technologische Möglichkeiten zeigen, sondern auch die ethischen und kulturellen Dimensionen beleuchten.“ (Maike Schlegel, Kuratorin, Deutsches Museum Nürnberg)
Die interaktiv angelegte Sonderausstellung regt zum Nachdenken an – über Ernährung, Umwelt und die Rolle der Technologie in unserem Alltag. Sie geht über reine Wissensvermittlung hinaus und lädt ein, eigene Vorlieben und Grenzen zu reflektieren. Was essen wir in Zukunft – und warum?
Die Museumsgäste erkunden, wie sich unsere Ernährungsgewohnheiten verändern. Sie sind eingeladen, ihre eigenen Bauchgefühle und Zukunftsvisionen zu hinterfragen.
Die Ausstellung wird von einem umfangreichen Programm begleitet.
Digital by Nature. Die Kunst von Miguel Chevalier
in der Kunsthalle München, bis 1. März 2026
Die Kunsthalle München widmet Miguel Chevalier (*1959 in Mexiko-Stadt, lebt in Paris) die erste große Einzelausstellung in Deutschland. Er gehört zu den Wegbereiter:innen der virtuellen und digitalen Kunst und erforscht seit den 1980er-Jahren die Möglichkeiten des Computers als kreatives Ausdrucksmittel. Auch wenn Chevaliers Werke immer im Digitalen ihren Ursprung haben, so ist für ihn die sinnliche Erfahrung im realen Raum ein ebenso wichtiger Aspekt. Gezeigt werden Skulpturen und Zeichnungen, die er mithilfe von 3D-Druck und Robotik herstellt, Videos sowie raumgreifende Installationen. In letzteren kreieren Algorithmen fortlaufend neue Bilder, die das Publikum durch Körperbewegungen interaktiv mitgestalten kann. Die Ausstellung widmet sich dem Verhältnis von digitaler und analoger Welt, verblüffenden Verbindungen zwischen Natur und Technik sowie den Eingriffen des Menschen in seine Umwelt.
Wildlife Photographer of the Year
im Museum Mensch und Natur in München, bis 8. März 2026
Eisbär, Hyäne und Bockkäfer: die Ausstellung zeigt die besten Bilder des größten und bedeutendsten Wettbewerbs für Naturfotografie weltweit – dem Wildlife Photographer of the Year Award. Seit 1965 zeichnet das Natural History Museum in London die besten Naturfotografien aus aller Welt mit diesem Preis aus – 2025 gab es hierfür über 60.000 Einsendungen von mehr als 4.000 Fotografinnen und Fotografen aus 113 Ländern. Die Bilder zeigen beeindruckende Verhaltensweisen von Tieren, bezaubernde Pflanzenbilder und atemberaubende Landschaften ebenso wie bewegende Aufnahmen, die unser zwiespältiges Verhältnis zur Natur und unseren Mitgeschöpfen dokumentieren oder uns auf künstlerische Weise die Natur mit neuen Augen sehen lassen.
Die Naturfotografien zeigen die reale Welt – ihre schönen ebenso wie ihre grausamen und hässlichen Seiten – und nutzen die emotionale Kraft der Fotografie, um das Publikum in ihren Bann zu ziehen. Damit verfolgt der Wettbewerb zwei wichtige Ziele: Er will einerseits die Kunst der Fotografie fördern und andererseits ihre Macht nutzen, um Menschen zu inspirieren, damit sie sich für den Schutz der Natur einsetzen. Seit vielen Jahren gehört der Wildlife Photographer of the Year zum Programm des Museums Mensch und Natur und hat viele treue Fans.
Ruprecht von Kaufmann. Leben zwischen den Stühlen
im Buchheim Museum in Bernried, bis 15. März 2026
Das Schaffen des Malers Ruprecht von Kaufmann (* 1974) zählt zu den wichtigen Positionen zeitgenössischer figurativer Kunst. Er inszeniert in seinen Gemälden ein Theatrum Mundi aus Innen- und Außenräumen mit Menschen, Tieren und Chimären als eigengesetzliche Wesen bis hin zur Persiflage. Sie scheinen auf der Leinwand wie im Traum zu agieren, ohne zu handeln. Oben und unten, vorne und hinten sind häufig aufgehoben. Die vermeintlichen Leerstellen in seinen Bildern haben für unsere Wahrnehmung einen ähnlichen Stellenwert wie die Pausen in der Musik und bilden zugleich Metaphern für ein »Leben zwischen den Stühlen«.
Sweeter than Honey. Ein Panorama der Written Art
in der Sammlung Moderne Kunst/ Pinakothek der Moderne in München, bis 12. April 2026
Die Written Art Collection ist in ihrem Sammlungsprofil einzigartig. Erstmals widmet die Sammlung Moderne Kunst in der Pinakothek der Moderne den Werkbeständen aus skripturaler und textbasierter Kunst eine umfassende Sonderausstellung. Über 60 künstlerische Positionen laden die Besucherinnen iein, das Panorama der Written Art zu entdecken und die Wechselbeziehung von Schrift und Bild in all ihren Facetten zu erkunden. Die Auswahl der Werke stellt Schrift als künstlerisches Medium und Material von der Mitte des 20. Jahrhunderts bis zur Gegenwart vor. „Sweeter than Honey. Ein Panorama der Written Art“ präsentiert einen spannungsreichen, gesellschaftspolitischen Dialog von Künstlerinnen aus einer kulturübergreifenden, globalen Perspektive.
Mit Werken von u.a. Etel Adnan, Maliheh Afnan, Siah Armajani, Mohammed Ehsai, Susan Hefuna, Rebecca Horn, Adam Pendleton, Morita Shiryū, Kazuo Shiraga, Hiroshi Sugimoto, Mark Tobey, Qiu Zhijie, Lawrence Weiner, Inoue Yūichi, Charles Hossein Zenderoudi.
Wilde Farben, freier Geist. 120 Jahre Künstlergruppe Brücke
im Franz Marc Museum in Kochel am See, bis 12. April 2026
1905 wagte eine Gruppe junger Künstler den Aufbruch in die Moderne: mit leuchtenden Farben, radikal vereinfachten Formen und einer neuen, subjektiven Ausdruckskraft suchten sie nach einem unverstellten Zugang zur Welt. Die Brücke-Künstler forderten den Kunstbegriff ihrer Zeit heraus und legten den Grundstein für die Entwicklung der modernen Kunst in Deutschland.
Ernst Ludwig Kirchner, Erich Heckel, Karl Schmidt-Rottluff, Max Pechstein und Otto Mueller strebten nach einer neuen Einheit von Kunst und Leben. Dieses Ideal zeigt sich ebenso in den vitalen Aktdarstellungen der frühen Dresdner Jahre wie in den von der Dynamik und Widersprüchlichkeit der Großstadt geprägten Szenen der Berliner Zeit. Die Faszination des Ursprünglichen führte zugleich zur Auseinandersetzung mit außereuropäischer Kunst und Kultur, die den Künstlern als ästhetisches und spirituelles Vorbild diente.
Anlässlich des 120jährigen Gründungsjubiläum der Künstlergruppe Brücke zeigt das Franz Marc Museum rund 50 Arbeiten – Gemälde, Zeichnungen, Skulpturen und grafische Werke – darunter bedeutende Leihgaben aus dem Kunstmuseum Ravensburg und aus Privatbesitz.
Tove Jansson: Die Welt der Mumins
im Literaturhaus München, bis 12. April 2026 (Ausstellungspause vom 2. bis 27. Februar 2026).
Vor 80 Jahren erfand die finnische Künstlerin Tove Jansson die Mumins, die kultigen rundlichen Trolle, die derzeit weltweit gefeiert werden. Ihre Geschichten sind ein Plädoyer für Toleranz, Empathie und Abenteuerlust. Das Literaturhaus München stellt sie erstmals in einer großen Ausstellung vor.
Im Mumintal regieren Geborgenheit, Freundschaft und Humor, aber auch eine Prise Anarchie und Rebellion, dazu jener satirische Esprit, dem Tove Jansson in den Dreißiger- und Vierzigerjahren ihren Erfolg als politische Karikaturistin verdankte. Diese Mischung, fern jeder aufgesetzten Idylle, dabei voller Poesie und Eigensinn, bezaubert Erwachsene und Kinder gleichermaßen: Sie spricht das innere Kind im Erwachsenen an, freut Nostalgiker, die mit den Mumins aufgewachsen sind und beflügelt bei Kindern jene Vorstellungskraft, die intellektuell nicht unterfordert werden möchte. Das Finstere und das Helle, das Katastrophale und das Komische erscheinen hier in einem Gleichgewicht, das keinem Zeitgeist verhaftet ist, aber ganz besonders in unsere Epoche passt.
In der Ausstellung können Mumin, Schnüferl, Schnupferich, die winzige Mü und viele andere Figuren mit ihren Geschichten voller Geheimnisse, Überraschungen und Abenteuer erlebt werden. Originalillustrationen, Animationen und interaktive Stationen laden ein, die Welt der Mumins zu entdecken.
Tanze dein Leben - tanze dich selbst. Tanz wird Kunst, 1892 bis 1933. Teil 2: Höhepunkte
im Edwin Scharff Museum in Neu-Ulm, bis 3. Mai 2026
Frei von Korsett und Konvention: Um 1900 entwickelte sich der neue künstlerische Tanz. Er sah sich als eigene Kunstgattung, wurde subjektiv und emotional. Die 1920er-Jahre avancierten zu einer Hochzeit des Ausdruckstanzes. Bedeutende Tänzerinnen und Tänzer gründeten ein ganzes Netzwerk aus Tanzschulen, experimentierten mit großen Laienformationen und riefen Tänzerkongresse ins Leben. Der neue Tanz eroberte schließlich auch die Theater- und Opernbühnen. Der Gruppentanz löste zunehmend den anfänglichen Solotanz ab.
Immer mehr Künstlerinnen und Künstler beschäftigen sich mit seinen Bewegungsformen und sahen die modernen Tanzkonzepte als Parallele zu ihren eigenen Reflexionen auf die turbulenten Jahre der Weimarer Republik. Abstraktionstendenzen finden sich ebenso wie Tanz als kinetische Skulptur. Zugleich bildete der Tanz die grundlegenden menschlichen Schicksalsfragen ab, war sozialkritisch und politisch oder religiös-spirituell. Erstmals wird das Edwin Scharff Museum mit dieser Ausstellung diesem spannenden Dialog nachspüren.
“Der Himmel ist nah, doch die Reise ist weit.”
He Toi Ora. Beseelte Kunst der Māori. Auf den Spuren der Schnitzwerke
im Museum Fünf Kontinente in München, bis 10. Mai 2026
He Toi Ora bedeutet: eine lebendige Kunst. Nach Auffassung der neuseeländischen Māori tragen die Künste eine lebendige, immerwährende Beziehung zwischen Vergangenheit und Gegenwart in sich. Viele Schnitzwerke gelten als beseelt und stehen in Verbindung mit den Ahnen. Die Sonderausstellung führt nicht nur in Philosophie und Weltbild der Māori ein, sondern thematisiert auch, wie Museumsfachleute und die Nachkommen der ursprünglichen Hersteller oder Besitzerinnen dieser Objekte gegenseitig den Kontakt suchen, um diese so wichtigen Verbindungen zu erneuern.
Mit 80 Objekten präsentiert die Sonderausstellung einen Großteil der in der Ozeanien-Sammlung des Museums Fünf Kontinente bewahrten Māori-Werke. Ihnen zur Seite gestellt sind Filme, Interviews, eine Fotoinstallation und vor wenigen Jahren entstandene Kunstobjekte, die von Mitgliedern des Iwi (tribale Gruppe) Rongowhakaata stammen. Neben Recherchen mittels Archivmaterialien und Holzanalysen liefern auch die faszinierenden Schnitzmotive Indizien über die Herkunft der Objekte. Wie die gemeinsam erarbeitete und in enger Abstimmung gestaltete Ausstellung jedoch verdeutlicht, ist die Expertise der Māori bei der Einordnung und Rückbindung dieser Schnitzwerke von zentraler Bedeutung.
Pumuckl
im LANDSHUTmuseum, bis 27. September 2026
Der freche kleine Kobold mit seinem Rotschopf wird Landshut über viele Monate mit seinem Charme verzaubern. In einer musealen Ausstellung erleben junge und alte Pumuckl-Fans, und alle, die es werden wollen, spannende und unterhaltsame Stunden. In Zusammenarbeit mit dem Pumuckl-Team und der Pumuckl Media GmbH organisieren die Museen der Stadt Landshut ein kulturelles Highlight. Viele Stationen laden zum Zuhören, Zuschauen und Mitmachen ein.
Die drei wichtigsten Kunstschaffenden rund um den Pumuckl werden im Obergeschoss des LANDSHUTmuseums vorgestellt: Ellis Kaut, Barbara von Johnson und Brian Bagnall.
Im KASiMiRmuseum taucht ihr ganz in die Welt des liebenswerten Klabauternachfahren ein. Hättet ihr gewusst, dass er nicht überall "Pumuckl" genannt wurde und nicht immer in gelbem Shirt und grüner Hose in Meister Eders Werkstatt spukte? Doch zu viel sei hier nicht verraten. Ihr werdet von den Exponaten und allen Geschichten begeistert sein und die Eigenheiten des Publikumslieblings auf besondere Weise kennenlernen.
Frieden
im Jüdischen Museum Augsburg Schwaben/ ehemalige Synagoge Kriegshaber, bis 13. September 2026
Weltweit nehmen bewaffnete Konflikte zu. Der Gewalt und dem Terror bewusst die Aufmerksamkeit entziehen, das ist Ziel der Ausstellung. Sie will die zivilisatorische Errungenschaft des Friedens in Erinnerung zu rufen und das Bewusstsein dafür stärken, dass Frieden ein fragiler Zustand ist, der geschützt und gepflegt werden muss. Ausgehend von verschiedenen Konzepten und Definitionen des Friedens spürt sie dem Verhältnis von Frieden und Judentum, Politik, Krieg, Feminismus, Dialog und Gerechtigkeit nach und erzählt anhand von ausgewählten Objekten und künstlerischen Arbeiten vom Einsatz für den Frieden und gelebter friedlicher Praxis. Dabei stehen jüdische Perspektiven im Vordergrund.
Basierend auf der Ausstellung “Frieden” des Jüdischen Museums Wien (kuratiert von Adina Seeger und Tom Juncker) wurde die Augsburger Adaption durch den 80. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs und das 375-jährige Jubiläum des städtischen Hohen Friedensfests angestoßen. Sie gibt deshalb auch Einblicke in das Engagement für den Frieden in Deutschland und würdigt die große Bedeutung des Themas für Augsburg.
Die Ausstellungsempfehlungen sind kuratiert von Nathalie Schwaiger und Bianca Faletti, Infopoint Museen & Schlösser in Bayern. Die Ausstellungstexte basieren auf den Pressetexten der jeweiligen Museen und Ausstellungshäuser.