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Peace, Love & AI – unser Ausstellungs-Ausblick 2024

Der Frühling wird bunt, heiß und wild, soviel ist klar! Schwärmt aus und lasst euch überraschen: von Viktor&Rolfs High-Fashion-Kreationen, von Konkreter Kunst, KI-Zukunftsmusik und Frauenpower aus New York und Rosenheim. Impressionistisch und humoristisch, zerbrechlich und menschlich, helden- und fehlerhaft, partizipativ und provokativ – diese Highlights und Geheimtipps erwarten euch von Unterfranken bis Oberbayern! Wonder Woman, Kaiserin Sisi und Lady Gaga sind auch dabei…

Viktor&Rolf. Fashion Statements

in der Kunsthalle München, vom 23. Februar bis 6. Oktober 2024

Die erste große Retrospektive des niederländischen Designerduos Viktor&Rolf in Deutschland: mit atemberaubender Virtuosität loten Viktor Horsting und Rolf Snoeren seit über 30 Jahren immer wieder die Grenzen zwischen Couture und Kunst aus. Ihre Meisterwerke wurden von Künstlerinnen und Künstler wie Madonna, Tilda Swinton, Lady Gaga, Doja Cat und Cardi B getragen sowie in Ballettproduktionen und in einer Oper, unter Regie von Robert Wilson, in Szene gesetzt. Rund 100 der kühnsten Stücke des ebenso visionären wie leidenschaftlichen Duos werden nun in einer spektakulären Inszenierung erlebbar gemacht. Viele Kreationen sind zum ersten Mal ausgestellt – zusammen mit zahlreichen Videos, Skizzen und handgefertigten Porzellanpuppen, die mit den ikonischen Kreationen der Designer gekleidet sind, sowie mit Werken von renommierten Foto-Künstlerinnen und Künstler wie Andreas Gursky oder Cindy Sherman.

Die Ausstellung wurde in Zusammenarbeit mit Thierry-Maxime Loriot entwickelt, der bereits die aufsehenerregenden Schauen Jean Paul Gaultier. From the Sidewalk to the Catwalk (2015), Peter Lindbergh. From Fashion to Reality (2017) und Thierry Mugler. Couturissime (2020/21) kuratierte.

Models in aufwendigen Tüllkleidern bei einer Modenschau
Andreas Gursky V&R, 2011 Cutting Edge Couture Ready-to-wear, S/S 2010 © Andreas Gursky, Courtesy Sprüth Magers / VG Bild-Kunst, Bonn 2024  Bild-Kunst, Bonn 2024

Damien Hirst– The Weight of Things

Das Kunstwerk besteht aus drei hohen Glasvitrinen, die auf Abstand gestellt einen einzigen in Formaldehyd eingelegten Hai zeigen, der entsprechend in drei Teile zerlegt ist.
Myth explored, explained, exploded, 1993 © Damien Hirst and Science Ltd. All rights reserved,DACS/ArKmage 2023; Photographed by Prudence Cuming Associates Ltd.

im Museum of Urban and Contemporary Art (MUCA) München, bis 5. Oktober 2024

Erstmals in Deutschland sind einige der ikonischsten Werke von Damien Hirst in einer großen Solo-Ausstellung zu sehen: so etwa „For the Love of God“ (2007), Damien Hirsts berühmter Platinabguss eines menschlichen Schädels, besetzt mit 8.601 Diamanten. Der Diamantenschädel verkörpert Hirsts Faszination für Diamanten und unterstreicht die ihnen innewohnende Ungewissheit über ihren Wert. Es konfrontiert mit dem Wettbewerbscharakter der Diamantenindustrie und der kapitalistischen Gesellschaft, die ihn aufrechterhält.

Der Schädel wird zusammen mit über 40 weiteren Werken gezeigt, darunter Installationen, Skulpturen und Gemälde, von denen einige noch nie zuvor zu sehen waren. Außerem auch einige von Hirsts berühmten Serien: Natural History (Formaldehyd-Skulpturen), Spin Paintings, Medicine Cabinets, Treasures from the Wreck of the Unbelievable, Cherry Blossoms sowie Spot- und Butterfly-Paintings.

Mehr dazu in unserem Blogbeitrag (externer Link, öffnet neues Fenster).

Eine letzte Generation – See- und Klangwelten. Andreas Feist, Mariko Takahashi und Stefan Winter

die drei Künstler stehen vor einer Wand, auf die das Bild einer Welle projiziert wird
Andreas Feist, Mariko Takahashi und Stefan Winter/Städtische Galerie im Cordonhaus Cham © Neue Klangkunst

in der Städtischen Galerie Cordonhaus in Cham, bis 21. April 2024

Drei Menschen, zwei Künstler und eine Künstlerin, Wasser, Sound, ein Steg, ein Anspruch. Mit Klang, Video und Installation schaffen Andreas Feist, Mariko Takahashi und Stefan Winter ein immersives Raumerlebnis, das sein Publikum zum Ursprung des Lebens führt.

Die Zusammenarbeit von Feist, Takahashi und Winter, die aus unterschiedlichen künstlerischen Bereichen kommen, basiert auf dem Grundprinzip, zunächst getrennt zu entwickeln, um dann gemeinsam Plastik, Video-, Installations- und Klangkunst zu einer Einheit zu verdichten. In der Rauminstallation „Eine letzte Generation – See- und Klangwelten“ schafft das Münchner Künstlertrio eine begehbare, hörbare, mit allen Sinnen wahrnehmbare Raumskulptur. In ihrem Inneren führen verschlungene Wege über das Wasser zum Ursprung des Lebens.

Das Wechselspiel zwischen Kunst und Publikum führt dazu, dass die künstlerische Idee mit Leben gefüllt wird. Das Künstlertrio schafft den Rahmen für die Interaktion im Raum. Das Publikum belebt ihn individuell und bestimmt, was darin geschieht. In der von Feist, Takahashi und Winter gestalteten Umgebung verbinden sich Aktion und Installation mit Video- und Klangkunst zu einem besonderen Raumerlebnis.

HEX

Lila-rotes digitales Bild, das Muster zeigt
Tatjana Stürmer, The House, the Body, the Child – My corporeal, cereal phantasies (Pruduktionsbild), 2024
Das Bild in bunten Farben zeigt einen lila Teufel, der einer Frau im Bett ein Glas bringt
Marleen Rothaus, The Cure, 2021, 200 x 380 cm, Öl auf Leinwand © Foto: David Cabana Echaniz

in der MEWO Kunsthalle in Memmingen, bis 26. Mai 2024

Das Bild der Hexe in der Kunst wandelte sich von stereotypen, abwertenden Darstellungen über die vorgeführte Ambivalenz der Figur hin zu rein positiv besetzen Darstellungen. Dennoch sind die Diffamierung als hässliche Alte, die Sexualisierung des weiblichen Körpers und der Angriff auf die soziale Macht von Frauen nicht nur aufgrund medialer Hasskampagnen Themen unserer Zeit. Auch Memmingen war in den späten 1980er Jahren Ort eines Prozesses, bei dem der Verdacht auf illegalen Schwangerschaftsabbruch verhandelt wurde, der als „Moderner Hexenprozess“ nationale Bekanntheit erlangte.
Die Ausstellung ‚HEX‘ präsentiert drei zeitgenössische Künstlerinnen, die sich in ihrer Kunst mit dem Thema der Hexen in seiner Relevanz für die Gegenwart, insbesondere aus einer feministischen Perspektive heraus, befassen: Emily Hunt aus Australien, Marleen Rothaus und Tatjana Stürmer aus Deutschland.

Der rote Schirm. Liebe und Heirat bei Carl Spitzweg

Ein junges Mädchen in Tracht begegnet in den Bergen einem Mönch
Carl Spitzweg, Sennerin und Mönch, 1838, Öl auf Leinwand, Museum Georg Schäfer, Schweinfurt © Museum Georg Schäfer, Schweinfurt, bpk (Ausschnitt)

im Museum Georg Schäfer in Schweinfurt, bis 16. Juni 2024

Welche Bedeutung hat ein roter Regenschirm in Sachen Liebe? Dieser spannenden Frage geht die Ausstellung nach. Denn kein anderes Thema beschäftigte den Spätromantiker und Maler Carl Spitzweg so viel. Eng verbunden mit seinem Namen sind z.B. Der abgefangene Liebesbrief oder Der ewige Hochzeiter. Ein neuer Blick auf überaus wichtige Details in der Bildwelt Spitzwegs erlaubt Einsichten in seinen Liebesbegriff, in sein Frauenbild und in die Geschlechterrollen im 19. Jahrhundert.

Der rote Schirm war zu Zeiten Spitzwegs in einigen Regionen Deutschlands das Requisit des Hochzeitsladers, dem Zeremonienmeister der bäuerlichen Hochzeit. Spitzweg gab oft den Schirm seinen Figuren mit auf den Weg. Von Anfang bis Ende seiner künstlerischen Laufbahn blieb der rote Regenschirm fester Bestandteil seiner Bildwelt. Neben der häufigen Verwendung des Motivs verrät ein Vergleich mit anderen dargestellten Parasols und Parapluies, die Spitzweg als modisches Accessoire ihrer Funktion entsprechend einsetzt, dass seine Vorliebe für den roten Schirm weit über ein allgemeines kulturelles und künstlerisches Interesse hinausging. Der Schirm wird gleichzeitig hervorgehoben und versteckt. Was es damit auf sich hat, auch dieser Frage nimmt sich die Ausstellung an, die einmal mehr aufzeigt, dass Spitzweg weder der kauzige Sonderling noch der brave biedermeierliche Idyllen-Maler war, als der er lange Zeit galt.

Das Gold der Akan. Höfischer Goldschmuck aus Westafrika

Goldene Schmuckscheibe mit einem Frosch in der Mitte
Schmuckscheibe mit Frosch, Gold, D: 5,5, cm, Leihgabe: Museum Liaunig © Museum Liaunig
Antike goldene Maske mit roten Augen
Schwertemblem eines menschlichen Kopfes, Gold, Höhe 15 cm, Leihgabe: Museum Liaunig © Museum Liaunig
Goldenes Schwertemblem in Löwenform mit großen Zähnen
Schwertemblem in Form eines Löwen Gold, L: 20 cm Leihgabe: Museum Liaunig © Museum Liaunig
Vergoldete Krone mit Löwenfiguren
Krone eines Regenten Holz, Goldblatt, H: 19 cm, Leihgabe: Museum Liaunig © Museum Liaunig

im Knauf-Museum in Iphofen, bis 10. November 2024

Die westafrikanische Kultur der Akan, beheimatet in den Republiken Ghana und Elfenbeinküste, verarbeitet in langer Tradition und höchster Kunstfertigkeit Gold für Schmuck- und Kultobjekte. Die über 300 Exponate der Ausstellung stammen zum Großteil aus dem 19. und 20. Jahrhundert, einzelne Stücke sind weitaus älter.

Helden & Heldinnen

Streetart Wandbild, das eine Krankenschwester mit Mundschutz und Superman-S auf der Brust zeigt
© VKR GmbH Rosenheim
Der Superheld Batman im schwarzen Fledermauskostüm vor seinem schwarzen Batmobil
© VKR GmbH Rosenheim
Comic-Zeichnung der fliegenden, blonden Superheldin Faith Herbert
© VKR GmbH Rosenheim
Ausstellungsplakat, das eine Frau, halb antike Statue, halb Mensch mit wehenden blonden Haaren, zeigt
© VKR GmbH Rosenheim

im Lokschuppen Rosenheim, bis 15. Dezember 2024

Legendär. Populär. Selbstlos. Vom Heldenmythos bis zur modernen Alltagsheldin - seit jeher inspirieren uns Heldinnen und Helden! Sie begegnen uns als Fiktionen, aber auch als reale Personen: Sie faszinieren, polarisieren und sind heute allgegenwärtig. Was macht Heldinnen und Helden aus? Wer erschafft sie und warum brauchen wir sie? Der Lokschuppen wird episch: erfahrt alles über ihre Taten und Geschichten, aber auch von ihren Schattenseiten.

Einmal selbst Heldin oder Held sein: Seid ihr stark und/oder klug? Seid ihr Teamplayer und verfügt über besondere Fähigkeiten? Begebt euch mit eurem Avatar auf eine virtuelle Heldenreise und erlebt euer persönliches Abenteuer. Monster? Geheime Fallen und verworrene Labyrinthe? Für euch im Lokschuppen kein Problem!

Jede Zeit hat ihre Heldinnen und Helden! Auf mehr als 1500 qm präsentiert das Ausstellungszentrum Lokschuppen Rosenheim die Welt des Heroischen: Von Herakles über Jeanne d’Arc und Marie Curie bis hin zu den Helden von Bern, Wonder Woman und Batman. Etwa 250 Exponate, Mitmachstationen und ein innovatives Medienkonzept machen die Ausstellung zum Erlebnis für Alle!

Mehr zur Ausstellung in unserem Blogbeitrag: Heldinnen und Helden im Lokschuppen Rosenheim - Museen in Bayern (museen-in-bayern.de) (externer Link, öffnet neues Fenster)

Lebende Maschinen – Kunst. KI. Zukunft

Ein aus rote LED's und Plexiglasplatten generiertes Menschenmodell mit einem Buch
The Reader, STANZA  © Daniel Karmann
Große Bildschirme mit Grafiken in einem dunklen Raum
I'm Alive, STANZA © Daniel Karmann

im Deutschen Museum Nürnberg, ab 24. August 2023

Der britische Künstler STANZA eröffnet neue Perspektiven: „I’m Alive“ ist seine aktuellste Arbeit und wird in dieser Form erstmalig im DMN präsentiert. Mittels Künstlicher Intelligenz generiert die Installation aus Verkehrs-, Umwelt-, und Schadstoffdaten neue Muster und macht so das Unsichtbare sichtbar.

Die zweite Arbeit, „The Reader“, eine Skulptur nach dem Abbild des preisgekrönten Künstlers, verkörpert sein durch Technologie durchdrungenes Zukunfts-Ich. Das Werk hinterfragt unter anderem die neue Realität, wenn Künstliche Intelligenz natürlicher Teil unseres Wissens und unseres Denkens sind und die Grenze zwischen Mensch und Maschine verschwimmt.

„Meine Kunstwerke befassen sich mit Themen wie Überwachung, Identität und Politik und sollen zur Auseinandersetzung animieren, wie wir uns selbst in einer Welt definieren, die mehr und mehr durch Technologien geprägt wird“, so Stanza.

Die zweiteilige Ausstellung findet im Rahmen des von der Kulturstiftung des Bundes geförderten Projekts „intelligent.museum“ statt und wird im November durch weitere Kunstwerke von STANZA erweitert.

Operation Finale: Die Ergreifung und der Prozess von Adolf Eichmann

Im SMÄK in München, verlängert bis zum 4. August 2024

Ein untergetauchter Nazi-Verbrecher, eine geheime Verfolgungsaktion und eine spektakuläre Ergreifung: Die Ausstellung "How to catch a nazi" aus den USA wurde für Deutschland überarbeitet und zeigt, wie der israelische Geheimdienst Mossad und der hessische Generalstaatsanwalt Fritz Bauer im Jahr 1960 Adolf Eichmann, einen der berüchtigtsten Holocaust-Täter, in Argentinien ausfindig machten, wie seine Entführung nach Israel durchgeführt und wie ihm schließlich der Prozess gemacht wurde. Es war der erste große Prozess, in dem Opfer des Holocaust vor der Weltöffentlichkeit Zeugnis von den Verbrechen der Nazis ablegten.

Kaiserlich & inkognito: Sisi in Bad Kissingen

Historische Postkarte, die eine Zeichnung des Kaiserpaares zeigt
Postkarte: Kaiserkur 1864 © Archiv der Stadt Bad Kissingen

im Museum Obere Saline Bad Kissingen, bis 28. April 2024

Kaiserin Elisabeth von Österreich, Königin von Ungarn, genannt Sisi, verbrachte seit 1862 mehrere Kuraufenthalte in Bad Kissingen. Im Jahr 1864 traf sie dort mit ihrem Mann Kaiser Franz Joseph das russische Zarenpaar Alexander und Marija Alexandrowna und König Ludwig II. von Bayern. Elisabeth reiste inkognito als „Gräfin von Hohenembs“, um dem Hofprotokoll zu entgehen.

Der Schönheitskult der Kaiserin oder auch das Bild der passionierten, wilden Reiterin prägen bis heute den „Mythos Sisi.“ Gesundheitlich angeschlagen hatte Sisi, die zunehmend unter Erschöpfungszuständen litt, die Kur in Bad Kissingen allerdings bitter nötig. Die Sonderausstellung präsentiert persönliche Gegenstände und bislang unveröffentlichte ärztliche Dokumente zum Gesundheitszustand und dem Tod der Kaiserin.

High Five - die Sammlung in Bewegung

Pop-Art Bild von Andy Warhol in Pink, Orange- und Rottönen, auf dem ein elektrischer Stuhl zu erkennen ist
Andy Warhol, "Electric Chairs", 1972, Zehn Siebdrucke auf Karton, Blatt 3, 90,5 x 122,5 cm © 2023 The Andy Warhol Foundation for the Visual Arts, Inc./ Licensed by Artists Rights Society (ARS), New York. Foto: Gerhard Tillmann

im Kunstpalais Erlangen, bis 5. Mai 2024

Anders als in ‚normalen‘ Kunstausstellungen ist das Konzept dieser Sammlungsschau auf Bewegung ausgelegt: Während der Ausstellungslaufzeit von dreieinhalb Monaten ändert sich immer wieder die Hängung. Werke werden hinzugeholt, gegen weitere ausgetauscht, andere innerhalb der Ausstellung neu gruppiert. Einzelne Künstlerinnen und Künstler der Sammlung werden zudem mit temporären Mini-Ausstellungen innerhalb der Ausstellung intensiver vorgestellt. Jeweils an ausgewählten Montagen, wenn das Museum für Publikumsverkehr geschlossen ist, wird „High Five“ somit spannungsreich verändert. So können die Besuchende nicht nur mit ihren Lieblingswerken in Dialog treten und die Künstlerinnen und Künstler der Sammlung besser kennenlernen, sondern können auch beobachten, wie sich Wirkung und Fragestellungen von Werken verändern, wenn sie in neue Kontexte gesetzt werden.

Tiere im tim. Kunsthandwerk aus Bast von Else Stadler-Jacobs

eine Gruppe von Bastieren: darunter ein Reh, ein Pudel, ein Krokodil, ein Kakadu etc.
Tiergruppe aus der Bastowerkstatt © Else Stadler Jacobs. Foto: Christoph Sauter; tim | Staatliches Textil- und Industriemuseum Augsburg
Marienkäfer und Bachstelze aus Bast
Marienkäfer & Bachstelze © Else Stadler Jacobs. Foto: Christoph Sauter; tim | Staatliches Textil- und Industriemuseum Augsburg
Eisbärmama und Eisbärkind aus Bast
Eisbärmama & Eisbärkind © Else Stadler Jacobs. Foto: Christoph Sauter; tim | Staatliches Textil- und Industriemuseum Augsburg
Tiger aus Bast, einmal noch nicht fertig, einmal fertig
Tiger in der Entstehung © Else Stadler Jacobs. Foto: Christoph Sauter; tim | Staatliches Textil- und Industriemuseum Augsburg
Frosch und Storch aus Bast
Frosch & Storch © Else Stadler Jacobs. Foto: Christoph Sauter; tim | Staatliches Textil- und Industriemuseum Augsburg

im Staatlichen Textil- und Industriemuseum tim in Augsburg, bis 28. Juli 2024

Ein halbes Jahrhundert lang schlummerte unentdeckt auf einem Dachboden ein Schatz. Gut verstaut in unzähligen Kartons, lagerten dort über 600 kunsthandwerklich hochwertige Tiere aus Bast, einem textilen Material. Es handelte sich dabei um den Nachlass von Else Stadler-Jacobs, die ab 1927 unzählige dieser Tiere als Dekorationsobjekte herstellte und unter dem Namen Bastowerkstatt weltweit verkaufte.

Das umfassende Werk von Else Stadler-Jacobs (1899–1997) ist in seiner Fülle und Originalität einmalig. Im Laufe der Jahre gestaltete sie über 100 heimische und exotische Tierarten aus farbigem Bast in unterschiedlichsten Größen – vom zwei Zentimeter kleinen Küken bis zur zwei Meter hohen Urwald-Szenerie. Mit Humor, Schöpfergeist und viel Liebe zum Detail erschuf Else Stadler-Jacobs ihre ganz persönliche Tierwelt.

Das tim zeigt einen Großteil der Tiere innerhalb seiner Dauerausstellung und erzählt damit erstmals die bemerkenswerte Geschichte der Unternehmerin Else Stadler-Jacobs.

Mehr dazu in unserem Blog-Beitrag!

Grace Weaver

Farbenfrohes Gemälde, auf dem sich 2 Frauen umarmen
Fair Weather © Grace Weaver

im Neuen Museum - Staatliches Museum für Kunst und Design in Nürnberg, bis 26. Juni 2024

Die amerikanische Künstlerin Grace Weaver (geb. 1989) erzählt mit wenigen Strichen und präzisen Beobachtungen vom alltäglichen Leben einer jungen, meist weiblichen Generation, die offensichtlich in der Stadt lebt. Die jungen Frauen treiben Sport, treffen sich oder tragen auch mal den Müll die Treppe hinunter.
Diesen beiläufigen Szenen gibt die Künstlerin eine große Präsenz durch die Wahl ihrer Ausschnitte und Nahaufnahmen. Dadurch gelingen ihr zeittypische Moment­­aufnahmen, die gleichzeitig viel von dem Selbstverständnis und Selbst­bewusstsein, aber auch der Einsamkeit ihrer Protagonistinnen erzählen. Grace Weavers einzigartiger Malstil schafft einen leichten und zugleich hintergründigen Zugang zu den Sujets.
Die in Brooklyn lebende Künstlerin wurde in Deutschland durch ihre Einzel­aus­stellungen im Jahr 2019 im Kunstpalais Erlangen und im Kunstverein Oldenburg bekannt.

24! Fragen an die Konkrete Gegenwart

im Museum für Konkrete Kunst in Ingolstadt, bis 22. September 2024

und im Museum im Kulturspeicher Würzburg, bis 22. September 2024

Zum 100. Geburtstag des Begriffs „Konkrete Kunst“ werden die Werke von 24 jungen Künstler und Künstlerinnen gezeigt: Konkrete Kunst – der Überlieferung nach soll der niederländische Künstler, Architekt und Theoretiker Theo van Doesburg (1883–1931) diesen Begriff 1924 erstmals formuliert und für eigene Werke verwendet haben. Auch wenn sich die so bezeichnete Kunstrichtung der Präzision und Eindeutigkeit verschrieben hat, lässt sich gerade die Entstehungsgeschichte ihres Namens nicht eindeutig nachprüfen. 100 Jahre später liefert das inoffizielle Jubiläum dennoch eine passende Gelegenheit, die Generation heute junger, dieser Richtung stilistisch nahestehender Künstlerinnen und Künstler eingehend nach ihrem Verhältnis zur Konkreten Kunst zu befragen. Welchen Einfluss haben deren Anfänge auf ihr eigenes kreatives Schaffen? Sind der Begriff Konkrete Kunst und die zugehörigen Prinzipien noch aktuell?

Das Museum für Konkrete Kunst in Ingolstadt und das Museum im Kulturspeicher Würzburg haben insgesamt 24 ab 1980 geborene Künstlerinnen und Künstler aus dem In- und Ausland eingeladen, eingehend Auskunft über ihre Beziehung zur Konkreten Kunst zu geben. Etwa im gleichen Alter wie 1924 van Doesburg und andere wichtige Vorreiterinnen und Vorreiter der Bewegung scheinen gerade sie geeignet zu sein, über den aktuellen Status der Kunstrichtung zu berichten und in deren Zukunft zu blicken. Die gezeigten Werke demonstrieren dabei, wie unverändert zeitgemäß und wandelbar die über 100 Jahre alten Prinzipien heute sind.

Tassilo, Korbinian und der Bär. Bayern im frühen Mittelalter

Plakat der Ausstellung mit Abbildungen von Heiligen, einem Bär und barocken Engeln

Bayerische Landesausstellung 2024 im Diözesanmuseum Freising, vom 7. Mai bis 3. November 2024

Ein Herrscher mit Kelch, Schwert und Szepter, ein rivalisierender König und ein Heiliger, der einen wilden Bären zähmt …, das könnte der Stoff für einen Hollywood-Blockbuster sein. Vorerst ist es unsere Geschichte für Freising. In der Bayerischen Landesausstellung 2024 reisen wir mit Ihnen ins frühe Mittelalter. Mit Tassilo, Korbinian und dem Bären geht es in ein Land, das sich weit bis nach Südtirol, Oberösterreich, Kärnten und Slowenien erstreckte. Ein mächtiges Königreich war damals zum Greifen nahe...

Lassen Sie sich fesseln von den Geschichten um Schatz und Schicksal des Agilolfingerherzogs Tassilo III., mit dem sich der Frankenkönig Karl anlegte. Wer mag aus bayerischer Sicht „der Große“ sein? Das Haus der Bayerischen Geschichte veranstaltet die Landesausstellung zusammen mit der Erzdiözese München und Freising im neuen Diözesanmuseum auf dem Domberg.

Rebecca Horn

Kunstwerk mit blauen Schmetterlingsflügeln
Rebacca Horn, Schmetterling, 1990  © Foto: Peter Raue

im Haus der Kunst in München, vom 27. April bis 13. Oktober 2024

Das sechs Jahrzehnte umfassende, transmediale Lebenswerk von Rebecca Horn (geb. 1944, Deutschland) befasst sich mit dem Thema der Existenz und der Verwischung der Grenzen zwischen Natur und Kultur, Technologie und biologischem Kapital sowie dem Menschlichen und Nichtmenschlichen. Ob man die Künstlerin als Erfinderin, Regisseurin, Autorin, Komponistin oder Poetin bezeichnen mag, allem voran versteht sie sich als Choreografin. Horn beschreibt ihre Praxis als präzise kalkulierte Beziehungen von Raum, Licht, Körperlichkeit, Ton und Rhythmus, die ein Ensemble bilden. Maschinenwerdung, Tier­werdung oder Erdwerdung in ihren performativen, skulpturalen und filmischen Arbei­ten zielen auf eine von Körpern erfahrbare Präsenz eines sichtbaren, fühlbaren und hörbaren Daseins.

Weitere Ausstellungen im Haus der Kunst

Die Ausstellungsempfehlungen sind kuratiert von Nathalie Schwaiger und Bianca Faletti, Infopoint Museen & Schlösser in Bayern. Die Ausstellungstexte basieren auf den Pressetexten der jeweiligen Museen und Ausstellungshäuser.