Asterix trifft Alcmona
Die Sonderausstellung, ursprünglich von KeltenWelten e.V. konzipiert, ergänzte das Team des Archäologischen Museums der Stadt Kelheim mit Originalfunden und Modellen, Mitmachstationen und einer liebevoll gestalteten Playmobil®-Welt (22. Mai – 22. November 2026) .
Heute liegt die Stadt Kelheim am Zusammenfluss von Donau und Altmühl, unweit des imposanten Donaudurchbruchs und des Klosters Weltenburg, und wird gekrönt von der mächtigen Befreiungshalle auf dem Michelsberg. Vor 2000 Jahren jedoch thronte hier, statt der Befreiungshalle, eine monumentale Mauer einer keltischen Metropole.
Dieses sogenannte Oppidum, das vermutlich den Namen Alkimoennis trug, zählte zu den größten Städten der keltischen Zeit. Beeindruckende Befestigungsanlagen von fast zehn Kilometern Länge schützten die Stadt, deren Reichtum auf der günstigen Flusslage und der lokalen Eisenerzgewinnung beruhte.
In der Sonderausstellung finden wir Asterix und Obelix in Alkimoennis. Hier trifft Asterix auf Alcmona, die keltische Göttin, die dem Fluss ihren Namen gab. Auch begegnet er keltischen Kriegern, geschickten Handwerkern und reisenden Händlern und erfährt, wie die Menschen vor über 2.000 Jahren lebten.
Archäologie zum Anfassen
Besonders für Kinder gibt es viel zu entdecken und auszuprobieren: Auf einer Handdrehmühle darf selbst Korn gemahlen werden, man kann sich als Kelte verkleiden, schauen wie die Eisenverarbeitung oder das Weben funktionierte, und ein keltischer Streitwagen lädt zum Staunen ein. Begleitend zur Ausstellung gibt es ein Kinderforschungsheft, das die Inhalte für ein junges Publikum aufbereitet.
Bereichert wird das Angebot durch spannende Führungen, kreative Mitmachprogramme, Wanderungen und Actionbounds rund um das Oppidum Alkimoennis. Ein besonderes Highlight ist das Keltenfest am 04. Oktober 2026.
Experimentelle Archäologie
Speziell für die Ausstellung wurde eine Replik einer keltischen Handdrehmühle angefertigt. Dieser Prozess nennt sich experimentelle Archäologie: Dabei versucht man, anhand archäologischer Funde herauszufinden, wie die Technik damals genau funktionierte.
Um die Getreidemühle zu rekonstruieren, war der erste Schritt natürlich der Blick in die Vitrine auf das Original aus Kelheim. Es folgte das Studium der wissenschaftlichen Literatur, in der insgesamt 142 Drehmühlen sowie 28 Bruchstücke untersucht wurden. Dabei stießen wir auf zwei zentrale Erkenntnisse:
- Technik: die zweiteiligen Handmühlen erwiesen sich als große Arbeitserleichterung gegenüber den zuvor verwendeten Reibsteinen. Somit konnten bei gleichem Zeitaufwand mehr Menschen ernährt werden, eine Voraussetzung für das Leben einer Stadt wie Alkimoennis. Auch die Mehlqualität war besser.
- Material: Die Kelten bevorzugten hartes, feinkörniges Gestein. Für unsere Replik haben wir uns daher für Granit aus dem Bayerischen Wald entschieden. Er ist widerstandsfähig, langlebig und besitzt eine raue Struktur, die sich beim Mahlen quasi selbst nachschärft.
Mit diesem Wissen ging es zum Steinmetz, der die Steine fertigte, während unser Ausstellungstechniker das passende Holzgestell baute. Beim Nachbau stellten wir fest, dass die Kelten sogar die Händigkeit (Links-/Rechtshänder) beim Bau der Mühlen berücksichtigten.
Die Herstellung war eine schweißtreibende Präzisionsarbeit für Fachleute. Wie wertvoll diese Mühlen waren, zeigen die Funde: Die Steine wurden oft so lange genutzt, bis sie wortwörtlich bis zur Unbrauchbarkeit verschlissen waren.
Dr. Aaltje Hidding & Bianca Faletti