Testimony
Boris Lurie und jüdische Künstlerinnen aus New York
26.09.2025 - 01.02.2026 ,
Neues Museum – Staatliches Museum für Kunst und Design Nürnberg
- Museumscafé.
- Museumsshop.
"Testimony" eröffnet einen Dialog zwischen dem Werk von Boris Lurie und den Arbeiten von Zoë Buckman (geb. 1985), Fancy Feast (geb. 1988) und Marsha Pels (geb. 1948) – drei zeitgenössischen, jüdischen Künstlerinnen, die in ihren Skulpturen, Textil- und Videoarbeiten den Wandel der Einstellungen zu Jüdisch-Sein, Selbstdarstellung und Weiblichkeit erforschen.
Bilder von Frauen durchziehen das gesamte Œuvre von Boris Lurie (1924–2008). In seinen Werken vermengt der ebenfalls jüdische Künstler, der 1941–1945 in KZ-Gefangenschaft verbrachte und nach Kriegsende 1946 in die USA emigrierte, Sex und Tod, Erregung und Ekel, Demütigung und Würde. Diese Ambivalenz war seine Art, mit dem Trauma des Holocaust umzugehen. Lurie hatte bei dem Massaker von Rumbula (bei Riga) 1941 fast seine gesamte weibliche Verwandtschaft verloren. Angesichts der Tatsache, dass die Frauen sich vor ihrer Hinrichtung entkleiden mussten, sprach er vom „größten Striptease aller Zeiten“. Sein Entsetzen über diese Unmenschlichkeit kommt in der Ausstellung mit der Werkserie Dismembered Women („Zerstückelte Frauen“) zum Ausdruck.
Die Ausstellung wurde von der US-amerikanischen Kuratorin Sara Softness konzipiert, die für das Museum of Jewish Heritage in New York arbeitet. Sie hinterfragt den bisherigen Diskurs um Luries Werk, indem sie den männlich geprägten Deutungsrahmen um eine feministische Perspektive erweitert.
Eintrag zuletzt geändert am 25.08.2025