Manfred Scharpf
Ariadnes Faden
25.10.2025 - 12.04.2026 ,
Museum für zeitgenössische Kunst – Diether Kunerth
Manfred Scharpf wurde 1945 in Kißlegg geboren. Ausbildung als Kirchenmaler mit dem Abschluss der Meisterschule in der Stadt München. Seit 1974 freier Maler mit internationalen Ausstellungen.
Für den Maler Manfred Scharpf schließt sich in Ottobeuren ein Kreis. Hatte doch sein Leben mit der Kunst hier begonnen als Mitarbeiter eines Kirchenmalers. Aus der Kirchenmalerei entwickelte er sein unverwechselbares Werk, unbeeindruckt von den schnell wechselnden Vorgaben der Moderne. Damit hielt er den "Ariadnischen Faden" in den Händen, der ihn und seine Kunst bis in die Metropolen New York, Brüssel, Berlin und in Paris führen sollte. Er nutzt konsequent die raffinierten historischen Maltechniken, eine Brücke zwischen unserer Herkunft und dem Heute zu schlagen. Seine Materialien sind identisch mit der Malerei des 15. und 16. Jahrhunderts, reichen aber oft bis in die Antike zurück. Deren Weisheit setzt der Maler gegen den Zeitgeist unserer Epoche, lässt Dantes Beatrice, Sybilla, Ariadne, Caecilia und Sophia zu uns sprechen. Für ihn sind sie nichts anderes als Personifizierungen der Anima, der Ursprung schöpferischer Impulse. Es ist gut auf sie zu hören, denn Weisheit ist universell, wie es auch die Konflikte unserer Zeit sind, die wir bewältigen müssen. Auch uns reicht Ariadne den Faden, mit dem sie einst den Theseus aus dem Labyrinth führte.
Die ausgestellten Werke sind gemalte Dokumente aus des Malers vielfältigem Leben. Sie enthalten nicht nur die Glücksmomente, sondern auch seine Konflikte mit der Welt, beides ist für ihn von Relevanz für ein erfülltes künstlerisches Leben. Eine Heldenreise zur Erkenntnis.
Deshalb fragen wir ihn - was ist sein Fazit aus dieser Reise. Und der Maler antwortet: „Alles was uns widerfährt, ob im Guten oder Schlechten, war und ist unserer Seele innerster Wunsch – ein grenzenloser Raum menschlichen Erlebens.“
Den Werken beigefügt sind Anekdoten und schriftliche Notizen, die als Begegnungen, Ideen und Impulse dem Werk vorausgingen und es initiierten. Kunsthistorische Betrachtungsweise ist wichtig, doch reicht sie dem Maler nicht weit genug. Lieber lässt er das Leben und das Erlebte selbst sprechen, als ein Hand-Werker im „Dienste des Geistes“.
Eintrag zuletzt geändert am 07.11.2025