Betty Mü: Visual Drift
Zwischen Pixel und Oberfläche
27.11.2025 - 07.12.2025 ,
Münchner Künstlerhaus am Lenbachplatz
Zwischen Bild und Wirklichkeit eröffnet sich ein flüchtiger Raum – instabil, schimmernd, trügerisch. Genau diesen Raum nimmt Betty Mü in den Fokus. Sie untersucht, was mit der Wahrnehmung geschieht, wenn diese aus ihren gewohnten Bahnen gerät. Verzerrungen, optische Täuschungen, Lichtreflexe und digitale Fragmentierungen destabilisieren den Sehvorgang – und schaffen Raum für eine andere, vertiefte Aufmerksamkeit.
Die Ausstellung thematisiert die Fragilität der Wahrnehmung. Detailausschnitte aus Videostils, interaktive Arbeiten, Lentikulardrucke und Videomapping-Skulpturen fordern gewohnte Sehweisen heraus. Was zunächst als erkennbar erscheint, zerfällt im nächsten Moment. Realität wird gleitend. Die Sinne verlieren ihre gewohnte Sicherheit – und beginnen, zu hinterfragen.
Diese Verunsicherung wird nicht als Störung verstanden, sondern als Offenbarung. In der Reibung entsteht ein liminaler Zustand, in dem das Sichtbare durchlässig wird – für das Unsichtbare und das Unbewusste.
Die Arbeit stellt keine Antworten bereit. Sie zielt darauf, Zustände zu erzeugen: Reizung, Verzerrung, Spiegelung. Zwischen Licht und Fläche, zwischen Pixel und Oberfläche entsteht die Möglichkeit einer Transformation – nicht nur der Bilder, sondern auch der Betrachtenden.
Betty Mü gilt als eine der gefragtesten deutschen Medienkünstlerinnen. Die Grenzgängerin in der Kunst schlägt Brücken zwischen digitalen und analogen Ausdrucksformen und integriert spielerisch Techniken wie Künstliche Intelligenz und Augmented Reality.
In München geboren und aufgewachsen, zog Betty Mü 1995 nach New York, wo sie als Art Director arbeitete und Kurse an der University und der School of Visual Arts belegte und mit Super 8 und Video experimentierte. Anfang der 2000er Jahre nach München zurückgekehrt, baute sie ihre Erfahrung als Live-Visualistin aus und begann mit Video-Installationen.
Eintrag zuletzt geändert am 01.12.2025