Manuel Frattini. Die Landschaft der Malerei
18.04.2026 - 11.10.2026 ,
Kunsthalle Augsburg im Glaspalast
Frattinis Werk bekennt sich zum unspektakulären, zugleich radikalen Ernst einer Malerei, die im Sehen gründet. Seine Kunst lebt von der sinnlichen Präsenz von Farbe und Geste. Gefiltert und verdichtet, tritt die Außenwelt als abstrahierte Erinnerung in seinen Bildern auf. Jedes Werk wird so zu einer Verkörperung des Sehens im Prozess des Malens.
Pastose Ölfarbe auf Leinwand, Holz oder Glas, flüssige Gouache und Tusche, Buntstift auf Papier: Netze, Gitter und lineare Geflechte über farbigen Schichten eröffnen fein gesponnene Bildräume. Fragmente reduzierter Gegenständlichkeit und nuancierte Farbräume verweisen auf Sichtbares, das sich mit Erinnerungen und Assoziationen verbindet. In dieser Offenheit wirken die Arbeiten zugleich nahbar und zerbrechlich. Sie betonen die reale Zeit ihrer Entstehung – spürbar in der Stofflichkeit des Materials und den Spuren des Farbauftrags.
Für die Kabinette des H2 hat Frattini eine raumgreifende Installation entwickelt. Seine Bilder sind in ein rhythmisches Gefüge von Distanz und Nähe gesetzt, das Dialoge eröffnet und den Blick an die Bewegung im Raum bindet. Wie eine Partitur mit Noten und Pausen entfaltet sich die Ausstellung als Komposition, die sich erst im Gehen und Schauen vollständig erschließt. In den Zwischenräumen und Leerstellen entsteht eine Resonanz des Abwesenden – eine »Landschaft der Malerei«, die Bekanntes mit Unbekanntem verbindet.
Eintrag zuletzt geändert am 14.04.2026