Frieden - Peace
03.12.2025 - 13.09.2026 ,
Ehemalige Synagoge Kriegshaber
Eine Ausstellung über die Abwesenheit von Gewalt. In einer Zeit zunehmender globaler Konflikte richtet die Ausstellung FRIEDEN den Fokus bewusst weg von Gewalt und Terror – hin zu der Möglichkeit ihrer Abwesenheit. Verschiedene Konzepte und Definitionen von Frieden werden vorgestellt und in Beziehung zu Judentum, Politik, Krieg, Feminismus, Dialog und Gerechtigkeit gesetzt. Ausgewählte Objekte sowie künstlerische Arbeiten veranschaulichen den Einsatz für den Frieden und gelebte friedliche Praxis.
Augsburger Perspektiven: Die Sonderausstellung FRIEDEN basiert auf der gleichnamigen Schau des Jüdischen Museums Wien, kuratiert von Adina Seeger und Tom Juncker. Die Präsentation in Augsburg wurde durch zwei bedeutende Jubiläen angestoßen: den 80. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs und das 375-jährige Jubiläum des städtischen Hohen Friedensfests. Entsprechend gibt die Ausstellung auch Einblicke in das Engagement für den Frieden in Deutschland und würdigt die besondere Bedeutung des Themas für Augsburg.
Zeitgenössische künstlerische Positionen: Der Holzschnitt "Peace Now" (1969) des jüdischen Künstlers Ernst Hacker aus Wien erinnert an die politischen Protestbewegungen seiner Zeit und zeigt, wie intensiv sich Kunst für gesellschaftlichen Wandel einsetzen kann. "The Only Thing Left To Do With The Oslo Accords" der amerikanisch-israelischen Künstlerin Andi Arnovitz ist als zynischer Kommentar zum Scheitern des Osloer Friedensprozesses zu verstehen. Mit drei Klopapierrollen, auf denen die Osloer Verträge abgedruckt sind, weist die Künstlerin darauf hin, welcher Verwendung man die Abkommen ihrer Ansicht nach heute nur noch zuführen kann. In der Skulptur "Isaiah #1" des in Ramallah geborenen Osama Zatar spiegelt sich die göttliche Weisung 'Schwerter zu Pflugscharen' zu schmieden, wie sie im Buch Jesaja überliefert ist. Das Werk zeigt die Verwandlung von etwas Zerstörerischem zu etwas Produktivem und symbolisiert damit die tiefgreifende Sehnsucht nach Frieden und der Überwindung des Kriegs.
Historische Fotografien von Bertha von Suttner, der ersten Friedensnobelpreisträgerin, und dem Sozialpsychologen und Friedensforscher Herbert C. Kelman porträtieren Persönlichkeiten, die sich über Jahrzehnte hinweg für Dialog und Konflikttransformation eingesetzt haben. Einen aktuellen Blick auf Friedensarbeit eröffnen beispielsweise die Handpuppen der „Gewaltfreien Kommunikation“ nach Marshall B. Rosenberg, die zeigen, wie pädagogische und kommunikative Methoden zur Vermittlung von Empathie und Konfliktlösung beitragen.
Zielsetzung der Ausstellung: Die Ausstellung möchte die zivilisatorische Errungenschaft des Friedens in Erinnerung rufen und das Bewusstsein dafür schärfen, dass dieser Zustand stets bedroht und verletzlich ist. „Mit der Ausstellung möchten wir dafür sensibilisieren, dass Frieden keine Selbstverständlichkeit ist. Er muss immer wieder ausgehandelt, geschützt und aktiv gestaltet werden. 375 Jahre ist es her, dass die Protestanten das Hohe Friedensfest zum ersten Mal gefeiert haben. Heute wird der Augsburger Feiertag multireligiös gefeiert. Eine Entwicklung, die für viele Generationen nicht vorstellbar schien. Im kommenden Jahr wollen wir uns als Museum am Fest mit einer Kleinen Friedenstafel im Garten der Ehemaligen Synagoge beteiligen“, so Museumsdirektorin Dr. Carmen Reichert.
Eintrag zuletzt geändert am 27.11.2025